Zehntausende Deutsche sitzen wegen der Eskalation im Nahen Osten in der Region fest. Jetzt bereitet die Bundesregierung die Rückholung von Kindern, Kranken und Schwangeren vor. Sie will diese gestrandeten Touristen ausfliegen.
Dazu würden Maschinen von Fluglinien nach Riad und Maskat geschickt, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU). Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums hatte zuvor betont, dass die Rückholung gestrandeter deutscher Urlauber durch die Bundeswehr »das letzte Mittel der Wahl« sei.
Wegen der Eskalation des Nahostkonflikts infolge der Angriffe der USA und Israels auf Iran sitzen schätzungsweise 30.000 Urlauber deutscher Reiseveranstalter in der Region fest. Über mehreren Ländern ist der Luftraum gesperrt. Von dort sind Rückflüge nicht möglich.
Der Außenminister teilte weiter mit, dass das Auswärtige Amt Krisenunterstützungsteams nach Maskat, Doha und Dubai entsenden werde. »Weitere Teams erkunden die Lage an den Grenzübergängen.« Dabei gehe es um die Möglichkeit des Grenzübergangs in Richtung von Ländern wie dem Oman und Saudi-Arabien, deren Luftraum noch geöffnet sei. Ein Team der deutschen Botschaft in Kairo unterstütze den Grenzübertritt aus Israel.
Er habe auch mit dem Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr telefoniert, sagte der Außenminister. Die Lufthansa habe grundsätzlich Kapazitäten, um Deutsche in ihre Heimat zurückzubringen. »Die Voraussetzungen müssen jedoch immer im Einzelfall geprüft werden.« Auch Wadephul machte deutlich, dass die Bundesregierung nur im Notfall auf die Bundeswehr zurückgreifen würde, wenn es anders nicht ginge.
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