SpOn 17.02.2026
22:15 Uhr

Iran: Brutale Niederschlagung der Proteste - neue Parolen gegen Regierung


Die landesweiten Proteste hat das iranische Regime brutal niederschlagen lassen. Erneut sollen die Menschen nun Parolen gegen die Regierung skandiert haben. Auch von Schüssen wird berichtet.

Iran: Brutale Niederschlagung der Proteste - neue Parolen gegen Regierung

In Iran sind bei Gedenkfeiern für die Todesopfer der niedergeschlagenen Proteste regierungskritische Parolen zu hören gewesen. Die Sprechchöre folgten auf Großkundgebungen der iranischen Exilopposition in mehreren Städten weltweit. In Abadan im Westen des Landes hielt eine Menschenmenge Blumen und Fotos hoch, während sie »Tod für Chamenei« und »Lang lebe der Schah« rief, wie laut der Nachrichtenagentur AFP auf Videos in Online-Netzwerken zu sehen war.

Ayatollah Ali Chamenei ist das geistliche Oberhaupt des Iran. Der Schah war 1979 durch die sogenannte Islamische Revolution gestürzt worden. Bereits am Vortag hatte es regierungskritische Sprechchöre in unterschiedlichen Teilen des Landes gegeben.

Ein weiteres Video aus Abadan zeigt laut der AFP, wie Menschen panisch davonlaufen, während Schüsse zu hören sind. Ob mit scharfer Munition geschossen wurde, war zunächst unklar. In der nordöstlichen Stadt Maschhad skandierte demnach eine Menschenmenge: »Ein Mensch wurde getötet, Tausende stehen hinter ihm«. Auch in anderen Teilen des Landes fanden Gedenkversammlungen statt.

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Am Wochenende waren in mehreren Städten weltweit Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Führung in Teheran zu demonstrieren. In München nahmen an einer Demonstration am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz nach Angaben der Polizei rund 250.000 Menschen teil. Bei der Kundgebung trat der Sohn des 1979 gestürzten letzten Schahs, Reza Pahlavi, auf und bekundete seinen Willen, den »Übergang zu einer säkularen, demokratischen Zukunft« Irans anzuführen.

Die regierungskritischen Proteste in Iran hatten am 8. und 9. Januar ihren Höhepunkt erreicht. Sie wurden von den iranischen Behörden brutal niedergeschlagen. Die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation Hrana bestätigte inzwischen mindestens 7010 Todesopfer, die meisten von ihnen Demonstranten. Mehr als 53.845 Menschen wurden demnach festgenommen.

fwu/AFP