Im Norden Irans bedrohen Brände den artenreichen Hyrkanischen Wald. Dutzende Feuerwehrleute kämpften am Wochenende in der Provinz Golestan gegen die Flammen, wie der Sender SNN unter Berufung auf den Gouverneur berichtete. Medienberichten zufolge wüten die Brände bereits seit zwei Wochen in den hügeligen, dichten Wäldern, die seit 2019 zum Unesco-Welterbe gehören.
In den sozialen Medien zeigten sich viele Iranerinnen und Iraner bestürzt über die Waldbrände. Die Hyrkanischen Wälder ziehen sich entlang der Südküste des Kaspischen Meeres von Aserbaidschan bis in den Norden Irans. Sie gehören mit einem Alter von bis zu 50 Millionen Jahren zu den ältesten Laubwäldern der Nordhalbkugel und sind Lebensraum für viele seltene und bedrohte Arten – darunter Leoparden, Wölfe und Braunbären.
Videos im Netz zeigten ein Flammenmeer auf den Hügeln in der nördlichen Provinz Masandaran. »Herzzerreißende Szenen«, schrieb der Uno-Experte Kaveh Madani auf der Plattform X. »Die Iraner verlieren ein Naturerbe, das älter ist als die persische Zivilisation.«
Heartbreaking scenes from Elit, Iran, where wildfire is damaging parts of the ancient Hyrcanian forests — a UNESCO World Heritage treasure and one of Earth’s last temperate rainforests.
— Kaveh Madani (@KavehMadani) November 21, 2025
Iranians are losing a natural heritage older than Persian civilization. pic.twitter.com/XKaVOXuqkl
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Ob die Brände inzwischen unter Kontrolle sind, ist noch unklar. In einigen Regionen meldeten Behördenvertreter laut iranischen Medien erste Erfolge. Auch Hubschrauber der Sicherheitskräfte kamen bei den Löscharbeiten zum Einsatz. Neben Feuerwehrleuten kämpften Mitarbeiter der Forstämter, paramilitärische Einheiten und Freiwillige in schwer zugänglichem Gelände gegen Glutnester und Flammen.
Seit Monaten bahnt sich angesichts anhaltender Trockenheit eine Wasserkrise an. Fachleute verzeichnen seit Jahren einen deutlichen Rückgang der Niederschläge, während extreme Wetterereignisse zunehmen.
Mehrere Stauseen des Landes stehen laut einem Bericht der staatlichen Tageszeitung »Ettelaat« kurz vor dem kompletten Austrocknen. »Der Countdown zu einer nationalen Katastrophe hat begonnen«, warnte das Blatt in einem Leitartikel bereits in den ersten Novembertagen.
Irans Präsident Masoud Pezeshkian hatte im Zuge der Krise davor gewarnt, den Sitz der Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran verlegen zu müssen.
