SpOn 09.02.2026
17:43 Uhr

Innsbruck: Paar wegen Mordes an Sohn zu lebenslanger Haft verurteilt


Ein Paar aus Österreich hat seinen Sohn so lange gequält, bis er vor Durst und Hunger starb. Bei seinem Tod soll er nur noch vier Kilogramm gewogen haben. Nun wurden die Eltern unter anderem wegen Mordes schuldig gesprochen.

Innsbruck: Paar wegen Mordes an Sohn zu lebenslanger Haft verurteilt

In Österreich sind die Eltern eines verhungerten Dreijährigen wegen Mordes, Quälens und Freiheitsentziehung zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach Angaben einer Gerichtsmedizinerin hatte der Junge bei seinem Tod nur vier Kilogramm gewogen, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA von dem Prozess im Innsbrucker Landesgericht berichtete.

Laut dem noch nicht rechtskräftigen Urteil werde die Mutter in ein Zentrum für psychisch gestörte Straftäter eingewiesen, teilte eine Sprecherin des Landesgerichts Innsbruck im Bundesland Tirol mit.

Der Junge war im Mai 2024 im Bezirk Kufstein im Bundesland Tirol verhungert und verdurstet. »Das Kind hatte ein Greisengesicht, der Körper war nur mehr Haut und Knochen«, sagte die Gerichtsmedizinerin.

Staatsanwältin: Kind erlitt »Höllenqualen«

Das Kind habe monatelang »Höllenqualen« erlitten, sagte die Staatsanwältin. Es sei in einen dunklen Raum gesperrt, gefesselt, geschlagen und kaum mit Nahrung versorgt worden.

Die Anklage stützt sich auf Chatnachrichten und Mails zwischen Vater und Mutter sowie auf Foto- und Videoaufnahmen, welche die heute 27-jährigen Eltern von den Misshandlungen angefertigt hatten. Die Angeklagten hätten sich in den Nachrichten immer wieder gegenseitig bestärkt und sich über ihren leidenden Sohn lustig gemacht, sagte die Anklägerin.

Geschwister mussten Leid des Bruders miterleben

Die Eltern gestanden die Taten, wie APA und andere österreichische Medien berichteten. Der Vater sagte vor Gericht, er habe keine Erklärung für das, was er getan habe. Er bereue es, und es tue ihm leid, dass seine anderen Kinder das Leiden und Sterben ihres Bruders mitbekommen hätten, so der Angeklagte. Das Paar hat noch drei Töchter.

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Die Mutter äußerte sich nicht näher zu den Vorwürfen. Sie sei nach mehreren, teils ungewollten Schwangerschaften psychisch überfordert gewesen, erklärte ihr Verteidiger. Eine Gerichtspsychiaterin sagte aus, dass bei der Frau eine schwerwiegende psychische Störung vorliege. Die Mutter habe in dem Jungen einen Schuldigen für ihre Lage gesehen. Der Vater sei in diese Erzählung »eingestiegen«, so die Psychiaterin.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Eltern seien aus Innsbruck. Tatsächlich ist das nicht klar; die Tat haben sie im Bezirk Kufstein begangen. Wir haben die Stelle präzisiert.

atr/dpa