SpOn 29.11.2025
12:56 Uhr

Indonesien, Thailand, Malaysia, Sri Lanka: Fast 600 Tote nach heftigen Stürmen


Schlimme Unwetter haben in mehreren Ländern Asiens Hunderte Menschen das Leben gekostet. Die Behörden fürchten, dass die Todeszahlen weiter steigen.

Indonesien, Thailand, Malaysia, Sri Lanka: Fast 600 Tote nach heftigen Stürmen

In mehreren Ländern Südostasiens haben heftige Unwetter über Tage hinweg verheerende Schäden angerichtet, Hunderte Menschen kamen ums Leben. Besonders betroffen sind Indonesien, Thailand und Malaysia.

Verursacht hat die Unwetter ein seltener Tropensturm, der sich in der Straße von Malakka, einer Meerenge zwischen Indonesien und Malaysia, gebildet hatte. Der Überblick.

Indonesien

Mindestens 303 Menschen sind laut Behördenangaben in Indonesien infolge des Extremwetters ums Leben gekommen. Sie starben auf der Insel Sumatra, wo der Sturm besonders heftig wütete und Überschwemmungen und Erdrutsche verursachte. Dutzende Personen werden weiterhin vermisst, wie der Katastrophenschutz mitteilte.

Rettungskräfte in Medan im Norden Sumatras

Rettungskräfte in Medan im Norden Sumatras

Foto: Yt Hariono / AFP

Die Opferzahlen könnten noch weiter steigen, da abgelegene Gebiete tagelang aufgrund sintflutartigen Regens für die Rettungsteams nicht erreichbar waren. »Es gibt noch Orte, die wir nicht betreten konnten«, sagte der Chef der Katastrophenschutzbehörde am Samstag. »Die Daten werden sich weiter ändern.«

Am stärksten betroffen war Nord-Sumatra, wo heftige Regenfälle auf dem steilen Terrain Erdrutsche ausgelöst, ländliche Straßen weggespült und wichtige Verkehrsverbindungen unterbrochen haben, so die Behörden. Die Zentralregierung hat zusätzliche Soldaten, Rettungskräfte sowie Flugzeuge und schweres Gerät entsandt. Zudem wurden Generatoren, Kommunikationsausrüstung und Schlauchboote bereitgestellt.

Ein Mann versucht, den Eingang zu einem Haus freizuräumen

Ein Mann versucht, den Eingang zu einem Haus freizuräumen

Foto: Chaideer Mahyuddin / AFP

Sumatra ist fast so groß wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen und liegt ganz im Westen des südostasiatischen Inselstaates auf dem Äquator. Südöstlich von Sumatra befindet sich die indonesische Hauptinsel Java mit der Hauptstadt Jakarta. Indonesien erlebt regelmäßig extreme Monsunregen. Wissenschaftler warnen, dass der Klimawandel die Häufigkeit und Intensität solcher Wetterereignisse weiter erhöhen dürfte.

Thailand

In Thailand gab es nach Rekordregenfällen ebenfalls eine tödliche Flut: Wie Regierungssprecher Siripong Angkasakulkiat am Samstag mitteilte, sind darin mindestens 162 Menschen ums Leben gekommen. Besonders schlimm von dem Hochwasser betroffen ist die Stadt Hat Yai, eine wichtige Handelsmetropole.

Menschen beseitigen Schäden und Müll nach Überflutungen in der südthailändischen Provinz Songkhla

Menschen beseitigen Schäden und Müll nach Überflutungen in der südthailändischen Provinz Songkhla

Foto: Sarot Meksophawannakul / AP / dpa

Dem Katastrophenschutz zufolge ist das Leben von rund 2,9 Millionen Menschen in neun der 14 südlichen Provinzen des Landes von den Überschwemmungen beeinträchtigt. Die Zeitung »Khaosod« sprach vom schlimmsten Hochwasser in der Region seit Jahrzehnten.

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Malaysia

Malaysia meldete bislang zwei Todesfälle, die mit den Unwettern der vergangenen Tage in Verbindung stehen. Das Land hatte zuvor 1459 Touristen aus mehr als 25 Hotels in Thailand aufgenommen und in Sicherheit gebracht, wie Behörden mitteilten.

Überflutetes Haus samt Grundstück in Malaysia

Überflutetes Haus samt Grundstück in Malaysia

Foto: Mohd Rasfan / AFP

Auch andernorts in Asien gibt es derzeit tödliche Überflutungen.

Sri Lanka

Bei Überschwemmungen und Erdrutschen infolge des Zyklons »Ditwah« kamen in Sri Lanka Dutzende Menschen ums Leben. Bislang seien 123 Todesopfer gezählt worden, 130 Personen würden noch vermisst, teilte der Leiter des sri-lankischen Katastrophenschutzzentrums, Sampath Kotuwegoda, am Samstag mit. Etwa 44.000 Menschen, deren Häuser durch die einwöchigen heftigen Regenfälle zerstört wurden, wurden demnach in staatliche Notunterkünfte gebracht.

Menschen in Sri Lanka waten durch brusthohes Wasser

Menschen in Sri Lanka waten durch brusthohes Wasser

Foto: Chamila Karunarathne / EPA

Die Armee unterstützte die laufenden Hilfseinsätze, sagte Kotuwegoda vor Journalisten in der Hauptstadt Colombo. Boote und Hubschrauber der Streitkräfte wurden demnach genutzt, um Menschen aus den Flutgebieten zu retten.

»Ditwah« war am Mittwoch in Sri Lanka auf Land getroffen, seine Auswirkungen hatte der südasiatische Inselstaat bereits seit vergangenem Montag zu spüren bekommen. Mittlerweile bewegt sich der Sturm weiter in Richtung Indien.

mkh/dpa/AFP/Reuters