Im Zusammenhang mit dem Tod von NFL-Klub-Besitzer Jim Irsay hat die US-Bundespolizei FBI laut einem Bericht der »Washington Post« Ermittlungen aufgenommen. Untersucht wird demnach die Todesursache von Irsay, der die Indianapolis Colts jahrzehntelang geführt hatte und im Mai im Alter von 65 Jahren starb. Auch die Rolle seines betreuenden Arztes werde unter die Lupe genommen. Das FBI sammelt dem Bericht zufolge Informationen in Zusammenhang mit legalen und illegalen Schmerzmitteln sowie der Beziehung Irsays zu einem Spezialisten für Suchtkranke.
Im Gegensatz zu vielen anderen Team-Besitzern in der NFL war Irsay ein extrovertierter Mensch, der öffentlich über Suchtprobleme und Alkoholmissbrauch sprach und sich für die Förderung mentaler Gesundheit einsetzte. Seine Schmerzmittelsucht hatte er offiziell überstanden, laut der »Washington Post« soll es in den vergangenen Jahren aber Rückfälle gegeben haben. Irsay soll von seinem Arzt Opium-Pillen und Ketamin verschrieben bekommen haben.
Verein gibt Stellungnahme ab
Irsay starb während eines Urlaubs im Beverly Hills Hotel in Kalifornien. Auch sein Arzt hielt sich dort auf und beaufsichtigte die medizinische Versorgung. Er stellte die Sterbeurkunde aus, die Herzstillstand durch Lungenentzündung und Herzleiden als Todesursache nennt. Ohne Obduktion einigten sich die Ermittler der Beverly-Hills-Polizei nach wenigen Tagen auf Einstellung des Falls.
In einem kurzen Interview mit der »Washington Post« sagte Irsays Arzt im vergangenen Sommer: »Ich habe 18 Monate meines Lebens der Pflege von ihm gewidmet. Wir haben alles getan, um es ihm so angenehm wie möglich zu machen.«
Als sein Tod bekannt gegeben wurde, hieß es in Stellungnahmen der Indianapolis Colts und der NFL, Irsay sei friedlich im Schlaf gestorben. Die Colts seien derzeit nicht Gegenstand der Ermittlungen und hätten keine Vorladungen oder Durchsuchungsbeschlüsse bekommen, teilte das Team der US-Zeitung mit.
