SpOn 10.02.2026
11:54 Uhr

Immobilien-Krise: Wohnraummangel dürfte Immobilien 2026 abermals verteuern


Ökonomen gehen davon aus, dass in diesem Jahr weniger Neubauwohnungen fertiggestellt werden als im vergangenen Jahr. Der Mangel auf dem deutschen Immobilienmarkt bleibt bestehen. Die Preise dürften weiter steigen.

Immobilien-Krise: Wohnraummangel dürfte Immobilien 2026 abermals verteuern

In diesem Jahr werden wohl weniger Neubauwohnungen fertiggestellt als im vergangenen Jahr. Das geht aus dem Frühjahrsgutachten hervor, das die sogenannten Immobilienweisen am Dienstag in Berlin vorgestellt haben. 2025 dürften knapp 235.000 Wohnungen fertiggestellt worden sein. Für dieses Jahr wird nur mit einer Größenordnung von 215.000 gerechnet. Erst im kommenden Jahr soll die Zahl an Neubauwohnungen wieder steigen.

Die Folge: Die Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt werden weiter steigen. Sie legten im vorigen Jahr um 4,0 Prozent zu, nach einem Zuwachs von 1,8 Prozent 2024, wie aus dem Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) hervorgeht. In allen Quartalen des Jahres 2025 waren Preisanstiege zu verzeichnen, zuletzt um 1,0 Prozent vom dritten zum vierten Quartal. »Die Preise steigen stetig, jedoch deutlich weniger dynamisch als in der Niedrigzinsphase«, erläuterte VDP-Hauptgeschäftsführer Jens ‌Tolckmitt. Aufgrund des anhaltenden Wohnraummangels sei davon auszugehen, dass sich Wohnimmobilien auch im laufenden Jahr verteuern ⁠dürften.

Besonders stark fiel der Preisanstieg im vierten Quartal 2025 erneut in den sieben Topmetropolen aus: In Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, ​Köln, München und Stuttgart verteuerten sich Wohnobjekte um durchschnittlich ‌4,7 Prozent im ⁠Vergleich zum Schlussquartal 2024. Während es in Stuttgart mit 2,2 Prozent das geringste Plus gab, war Frankfurt die Metropole mit der höchsten Wachstumsrate (5,7 Prozent).

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»Eine der politischen Prioritäten im Jahr 2026 muss die Schaffung von Wohnraum ⁠zu bezahlbaren Preisen sein«, forderte Tolckmitt. Die Bundesregierung habe mit dem Bau-Turbo einen zielführenden Impuls gesetzt, der jedoch noch von den Kommunen mit Leben gefüllt ‌und um noch weitere Maßnahmen ‍ergänzt werden müsse.

Tolckmitt warb in diesem Zusammenhang erneut dafür, staatliche Bürgschaften für die Finanzierung ‍des Wohnungsneubaus einzuführen. Dies solle helfen, die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum anzukurbeln. Aktuell führe die andauernde Stagnation im Wohnungsbau dazu, dass hauptsächlich ‍der Kauf von bereits bestehenden Immobilien finanziert werde. Die Kosten von Darlehen könnten so deutlich ⁠reduziert werden ​und damit den Neubau wieder ökonomisch attraktiv machen.

mik/Reuters