Die prominente demokratische US-Kongressabgeordnete Ilhan Omar ist bei einer Rede in Minneapolis von einem Mann mit einer unbekannten Flüssigkeit bespritzt worden. Der Mann wurde von einem Sicherheitsbeamten zu Boden geworfen und abgeführt.
Omar setzte ihre Rede nach dem Angriff fort. »Wir werden standhaft bleiben, egal, was sie uns auch entgegenwerfen mögen«, sagte die 43-Jährige. »Wir machen weiter, diese Arschlöcher kommen so nicht davon«, fügte sie hinzu, nachdem sie um ein Handtuch gebeten hatte.
In einer Stellungnahme nach dem Vorfall hieß es aus ihrem Büro: »Der Kongressabgeordneten geht es gut.« Sie habe ihren Auftritt fortgeführt, »weil sie Tyrannen nicht gewinnen lässt«.
The Office of Rep. Ilhan Omar (D-MN) issued the following statement following the incident at her town hall in North Minneapolis.
— Rep. Ilhan Omar (@Ilhan) January 28, 2026
“During her town hall, an agitator tried to attack the Congresswoman by spraying an unknown substance with a syringe. Security and the Minneapolis…
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Der Vorfall ereignete sich bei einer Bürgerversammlung in Minneapolis. In der Stadt im US-Bundesstaat Minnesota gehen seit Wochen zahlreiche Menschen gegen die rigorose US-Abschiebepolitik auf die Straße. Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte Tausende Bundesbeamte nach Minneapolis geschickt, um Migranten ohne gültige Papiere festzunehmen und abzuschieben. Dabei kam es auch zu zwei Todesfällen: Am 7. Januar tötete ein Beamter der Einwanderungspolizei ICE die dreifache Mutter Renée Good, 37. Keine drei Wochen später, am vergangenen Samstag, erschossen Agenten der Border Patrol den Demonstranten Alex Pretti, einen 37-jährigen Krankenpfleger (mehr dazu hier ).
Omar fordert Abschaffung von ICE – dann wird sie attackiert
Unmittelbar vor dem Angriff hatte Omar die Abschaffung der Einwanderungsbehörde gefordert. ICE könne weder reformiert noch rehabilitiert werden, erklärte die Abgeordnete und forderte zudem, US-Heimatschutzministerin Kristi Noem müsse »zurücktreten oder sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen« (mehr zur Kritik an Noem hier).
Daraufhin sprang ein Mann in der ersten Reihe auf und bespritzte die Abgeordnete mit der Flüssigkeit. Omar ging mit erhobener Faust auf den Angreifer zu, ehe sie zurück ans Podium trat.
Der Angreifer wird während der Bürgerversammlung in Minneapolis überwältigt
Foto:Octavio Jones / AFP
Omar hatte die tödlichen Polizeischüsse auf Pretti in einer ersten Stellungnahme als »Hinrichtung« bezeichnet. Sie warf Trump auch vor, Minneapolis in ein »Kriegsgebiet« zu verwandeln.
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Die Politikerin ist US-Bürgerin, aber gebürtig aus Somalia. 1997 zog sie mit ihrer Familie nach Minneapolis. Seit 2019 ist sie Abgeordnete im Repräsentantenhaus in Washington.
Sie stammt aus dem linken Flügel der Partei und wird von Trump und anderen Republikanern immer wieder als Ziel für rassistische Anfeindungen missbraucht. Er bezeichnete sie jüngst als »Abfall« und legte ihr nahe, sie solle nach Somalia »zurückgehen«. Schon vor Jahren warf er ihr vor, sie hasse die USA.
