Ein fünfjähriges Kind wird von ICE-Agenten abgeführt. Dieses Bild aus Minneapolis sorgt momentan für emotionale Diskussionen über einen Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE – selbst unter Republikanern.
Angie Craig, US-Republikanerin:
»Wenn Sie sich, ohne zu zucken, dieses Foto eines Fünfjährigen anschauen können und immer noch unterstützen, wie die Trump-Regierung samt Kristi Noem handelt. Ich kann nicht glauben, dass das Amerika ist.«
Auf einem anderen Bild ist zu sehen, wie zwei ICE-Agenten hinter dem Vorschüler Liam Conejo Ramos vor der Tür seines Elternhauses stehen. Rachel James war vor Ort und beschreibt, wie sie diese Szene wahrgenommen hat.
Rachel James, Augenzeugin:
»Und ich sah, wie sie den Mann auf den Rücksitz eines SUV setzten, und mehrere Agenten waren dabei. Dann sah ich zwei Agenten, wie ich vermute, im Hinterhof, der mit einem Maschendrahtzaun umzäunt war, und dort war ein kleiner Junge. Er trug eine blaue Mütze und hatte einen wirklich winzigen Rucksack dabei, einen Spiderman-Rucksack, und er war ganz allein. Und dann knieten diese Agenten nieder und zeigten auf die Tür, damit er anklopfen sollte.«
Der Junge und sein Vater wurden gemeinsam nach Texas gebracht, wo sie in einem Einwanderungsgefängnis festgehalten werden. Vize-Präsident JD Vance rechtfertigte die Abführung des Kindes.
JD Vance, US-Vizepräsident:
»Der Vater versuchte zu fliehen. Die Geschichte lautet also, dass die ICE einen Fünfjährigen festgenommen hat. Nun, was hätten sie denn tun sollen? Hätten sie einen Fünfjährigen erfrieren lassen sollen? Dürfen sie denn keine illegalen Einwanderer in den Vereinigten Staaten von Amerika verhaften?«
Der Anwalt der Familie weist Vorwürfe der Behörden zurück, Ramos sei illegal eingewandert.
Marc Prokosch, Anwalt:
»Sie haben alles richtig gemacht, als sie ankamen. Sie haben die App genutzt, einen Termin vereinbart, sind zur Grenze gekommen und haben sich bei der Zoll- und Grenzschutzbehörde gemeldet.«
Ob der fünfjährige Liam Conejo Ramos wieder in sein Elternhaus zurückkehren kann, ist nicht abzusehen. Die Gemeinde in Minneapolis hat Proteste angekündigt.
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