Die iranischen Revolutionswächter haben bei einem Marinemanöver Raketen auf Ziele im Meer gefeuert. Das Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen mobiler Raketenwerfer an Land, die Ziele in der Straße von Hormus an der Südküste trafen. Zudem seien auch Schnellboote mit Raketenwerfern im Einsatz, hieß es in einer Mitteilung der Streitkräfte.
- Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge, Militärübung: USA und Iran überbieten sich in Drohgebärden – kurz vor Beginn der Atomgespräche
- Irans Raketenprogramm: Teheran rüstet wieder Von Oliver Imhof und Niklas Marienhagen
- Reza Pahlavi über mögliche US-Intervention: »Ein Militärschlag würde den Iranern eine faire Chance im Kampf um Freiheit geben« Ein Interview von Susanne Koelbl
Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und dem Oman. Sie gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten – etwa 20 Prozent des weltweiten Öltransports werden darüber abgewickelt. Iranische Offiziere hatten im Konflikt mit den USA in der Vergangenheit damit gedroht, sie jederzeit blockieren zu können.
Teile der Meerenge seien aus Sicherheitsgründen mehrere Stunden lang für den Schiffsverkehr gesperrt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars.
USA rüsten in Region um Iran auf
Das Marinemanöver findet zeitgleich zu den Gesprächen zwischen Vertretern von Iran und den USA statt. Angekündigt hatten es die Revolutionswächter einen Tag vor Beginn der Verhandlungen in Genf. Dort soll über das umstrittene Atomprogramm des Landes beraten werden.
Die Gespräche werden vor dem Hintergrund einer aufgeladenen Situation abgehalten. Im Januar ließ Irans Staatsapparat Massenproteste im eigenen Land brutal niederschlagen. Trump drohte der iranischen Führung daraufhin mit einem Eingreifen und ließ die Militärpräsenz rund um Iran verstärken. Inzwischen haben die USA einen zweiten Flugzeugträger in die Region entsandt.
Gespräche zum Atomprogramm und Raketenbeschuss der Straße von Hormus
Foto: Majid Asgaripour / REUTERSIrans Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Khamenei zeigte sich am Dienstag unerschrocken angesichts Trumps Drohungen. »Gefährlicher als ein Flugzeugträger ist die Waffe, die ihn auf den Meeresgrund schicken kann«, sagte der Kleriker, der in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat.
Die Gespräche zwischen den USA und Iran behandeln nach Angaben des iranischen Regimes keine innenpolitischen Fragen, sondern ausschließlich das Atomprogramm. Die ersten Treffen fanden vor anderthalb Wochen in Oman statt.
