SpOn 21.02.2026
11:28 Uhr

Heuschnupfen: Mit dem wärmeren Wetter beginnt die Pollensaison


Mit den steigenden Temperaturen kommen die Pollen zurück. Wer Heuschnupfen hat, muss die Beschwerden jedoch nicht aushalten. Es gibt gut wirksame Medikamente.

Heuschnupfen: Mit dem wärmeren Wetter beginnt die Pollensaison

Während sich die einen über wärmeres Wetter freuen, darüber, dass Schneematsch und Glatteis ein Ende haben und sich Krokusse den Weg ins Licht bahnen, kribbelt bei den anderen bereits beim Gedanken daran die Nase. Mit den steigenden Temperaturen der nächsten Tage beginnt auch die Pollensaison in großen Teilen Deutschlands.

Durch das nasskalte Wetter sei die Pollenkonzentration zuletzt sehr niedrig gewesen, erklärt Gudrun Laschewski, Medizinmeteorologin beim DWD. Mit dem meist trockenen und deutlich wärmeren Wetter in der kommenden Woche wird sich das ändern. »Dienstag und Mittwoch ist zu erwarten, dass die Pollen so richtig in Gang kommen«, so Laschewski. Dann seien hohe Belastungen von Hasel- und Erlenpollen zu erwarten.

In manchen Regionen beginnt die Saison damit später als in den vergangenen Jahren. Die Pollenbelastung sei in den vergangenen Wochen in Deutschland ungewöhnlich auseinandergegangen, erklärt Matthias Werchan, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Während im Saarland und in Rheinland-Pfalz die Hasel schon voll blühe und auch die Erle anfange, habe sich weiter nördlich in Deutschland deutlich weniger getan. Auch er rechnet jedoch damit, dass die pollenflugfreie Zeit jetzt praktisch in ganz Deutschland endet.

»Niemand muss diese Beschwerden aushalten.«

Pollen sind die häufigsten Auslöser allergischer Atemwegserkrankungen, etwa 14 Prozent der Bevölkerung leiden unter einem Heuschnupfen. Dabei haben Allergiker eigentlich das bessere Immunsystem, wie Charité-Mediziner Torsten Zuberbier erklärt (das ganze Interview lesen Sie hier ). »Es ist gewissermaßen feiner eingestellt, und das brachte in der Vergangenheit einen Überlebensvorteil, weil Bakterien, Viren oder Pilze besser und früher erkannt wurden.« In unserer modernen Umwelt habe dies jedoch zur Folge, dass eigentlich harmlose Stoffe fälschlicherweise als gefährlich eingestuft und bekämpft werden.

Den Pollen den Kampf ansagen
  • Informiert bleiben: Welche Pollen gerade in welcher Region fliegen, können Betroffene beim Pollenflug-Gefahrenindex  des Deutschen Wetterdienstes erfahren. Wenn die Belastung mit den jeweiligen Pollen besonders hoch ist, nach Möglichkeit lieber drinnen bleiben.

  • Pollen aussperren: Pollenschutzgitter für die Fenster können die Belastung in Innenräumen verringern.

  • Pollen wegspülen: Nasenduschen mit Kochsalzlösung können die Schleimhäute von Allergenen befreien.

  • Pollen wegfiltern: Neben häufigem Staubsaugen und Wischen empfiehlt Torsten Zuberbier besonders für das Schlafzimmer einen Luftreiniger. Diese filtern nämlich nicht nur Viren aus der Raumluft, sondern auch Pollen.

  • Pollenfrei ins Bett: Vor dem Schlafen am besten die Haare waschen und die Kleidung in einem anderen Raum ausziehen.

Der Experte warnt davor, den Gang zum Arzt zu lange aufzuschieben. Heuschnupfen werde oft trivialisiert, sagt er. »Aber niemand muss diese Beschwerden aushalten.« Hinzu komme, dass sich bei vielen Patienten aus einem unbehandelten Heuschnupfen ein allergisches Asthma entwickelt.

Vorbehalte gegen Antihistaminika – Medikamente, die bei Heuschnupfen häufig geschluckt werden – sind Zuberbier zufolge unbegründet. »Antihistaminika gehören zu den sichersten und wirksamsten Arzneimitteln überhaupt. Ihre Unbedenklichkeit wurde über einen sehr langen Zeitraum mit Abermillionen eingenommenen Tabletten bestätigt. Es ist keine einzige gravierende Langzeitnebenwirkung bekannt.« Moderne Antihistaminika machten auch nicht mehr müde, so Zuberbier weiter. Es gebe einen Wirkstoff, der in den USA sogar von Piloten während des Dienstes eingenommen werden dürfe.

Auch andere Mittel wie kortisonhaltige Nasensprays können mitunter helfen (mehr dazu lesen Sie hier ). Mit abschwellenden Nasensprays hingegen, die bei Erkältungen häufig zum Einsatz kommen, sollten Pollenallergiker vorsichtig sein. Die Mittel sollten nur über einen begrenzten Zeitraum genutzt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, die Nasenschleimhäute nachhaltig zu schädigen.

Lesen Sie hier, was Sie essen können, um Allergien den Kampf anzusagen: Der Allergieforscher Torsten Zuberbier erklärt in einem Interview, wie Ernährung und Heuschnupfen zusammenhängen und was das mit dem Mikrobiom im Darm zu tun hat.

irb/dpa