SpOn 16.12.2025
18:37 Uhr

Hessen: Behörden durchsuchen Spielhallen und Nagelstudios


Drei vollstreckte Haftbefehle, sieben Festnahmen: Das ist die vorläufige Bilanz einer konzertierten Aktion in Hessen. Hunderte Beamte waren gegen mutmaßlichen Sozialleistungs- und Subventionsbetrug im Einsatz.

Hessen: Behörden durchsuchen Spielhallen und Nagelstudios

Mehr als 500 Einsatzkräfte sind in Hessen an einer landesweiten Razzia gegen mutmaßlichen Sozialleistungsbetrug beteiligt gewesen. Unter anderem wurden 33 Wohnungen sowie Gewerbebetriebe wie Gaststätten, Spielhallen und Nagelstudios durchsucht, wie das Landeskriminalamt in Wiesbaden und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mitteilten. Beteiligt waren Zoll, Polizei, Steuerfahndung und Jobcenter.

Es handelte sich laut Ermittlern um den ersten koordinierten Aktionstag gegen sogenannte Sozialkriminalität auf Landesebene in Hessen. Dabei wurden drei Haftbefehle vollstreckt sowie sieben weitere Menschen festgenommen, hieß es in einer Zwischenbilanz. Zudem wurden knapp 55.000 Euro Bargeld, Schmuck und Uhren beschlagnahmt sowie laut Landeskriminalamt (LKA) zwei hochwertige Fahrzeuge.

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Zu Sozialkriminalität zählten unter anderem Betrügereien mit Sozialleistungen, Scheinselbstständigkeit oder Schwarzarbeit, sagte der hessische LKA-Chef Daniel Muth. Es gehe sowohl um Einzelfälle, aber auch um strukturierte und organisierte Kriminalität. Innenminister Roman Poseck (CDU) sagte, Sozialkriminalität sei kein Kavaliersdelikt, sondern ein schwerwiegendes Vergehen, das dem Staat und der Gesellschaft erheblichen Schaden zufüge.

In der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden in Hessen im Jahr 2024 insgesamt 624 Fälle von Sozialleistungsbetrug erfasst. Da diese Vergehen erst durch Kontrollen und Anzeigen sichtbar werden, dürfte die Dunkelziffer deutlich höher liegen, wie das Ministerium ergänzte.

jml/AFP/dpa