SpOn 19.12.2025
10:37 Uhr

Hertha BSC: Pál Dárdai verlässt den Klub nach 28 Jahren


Spieler, Trainer, Retter vor dem Abstieg, Jugendcoach, Scout: Pál Dárdai hat so ziemlich jede Position bei Hertha BSC bekleidet. Jetzt verlässt die Ikone den Klub nach 28 Jahren und beginnt ein neues Abenteuer.

Hertha BSC: Pál Dárdai verlässt den Klub nach 28 Jahren

Eineinhalb Jahre nach seinem Aus als Cheftrainer verlässt Klub-Ikone Pál Dárdai Hertha BSC endgültig. Der Rekordspieler und mehrfache Coach des Berliner Zweitligisten wird künftig als Head of Football beim ungarischen Klub Újpest FC in Budapest arbeiten. Seine Tätigkeit als Osteuropa-Scout für die Hertha wird somit beendet.

»Ich bin und bleibe ein Herthaner, dieser Verein ist meine Familie. Ich verbinde so viele schöne Momente mit Hertha BSC und wünsche dem Klub deshalb zu jeder Zeit nur das Beste«, sagte Dárdai über sein Kapitel bei der Alten Dame Hertha BSC.

Dárdai im Hertha-Trikot: Hier im Duell mit Podolski

Dárdai im Hertha-Trikot: Hier im Duell mit Podolski

Foto: Sandra Behne/ Bongarts/Getty Images

Der 49-Jährige soll laut Hertha-Mitteilung in den Kreis der sogenannten Fahnenträger des Klubs aufgenommen werden. »Pál Dárdai genießt durch seine Verdienste um unseren Verein den allergrößten Respekt aller Herthanerinnen und Herthaner. Für seine neue Aufgabe wünschen wir ihm deshalb viel Erfolg«, sagte Geschäftsführer Peter Görlich.

Diese Fahnenträger-Initiative zur Würdigung verdienter Ex-Größen hatte die Hertha vor fast vier Jahren noch unter Ex-Manager Fredi Bobic ins Leben gerufen. Fahnenträger sind unter anderem Axel Kruse, Gabor Kiraly und Marko Rehmer. Zuletzt wurde der Brasilianer Marcelinho zum Fahnenträger ernannt.

Dárdai kam 1997 zur Hertha und wurde durch seine leidenschaftliche Spielweise zum Fanliebling. Nach seinem Karriereende als Profi 2012 wurde er Jugendtrainer und übernahm 2015 nach einer kurzen Amtszeit als ungarischer Nationalcoach den Cheftrainerposten bei den Berlinern.

Erste Trennung 2019

Überraschend musste er 2019 das Amt aufgeben, da es im Klub Unzufriedenheit über eine angebliche sportliche Stagnation gab. Ohne Dárdai stürzten die Berliner in den Jahren um Investor Lars Windhorst in eine tiefe sportliche und ökonomische Krise. Zweimal wurde Dárdai noch als Retter zurückgeholt. Legendär ist sein Auftritt mit dicker Zigarre im ZDF-Sportstudio nach dem Klassenerhalt 2021.

Nach dem Abschied im Sommer 2024 übernahm er die Aufgabe als sogenannter Osteuropa-Scout, ohne dabei öffentlichkeitswirksam in Erscheinung zu treten.

Novum durch Dardai-Quartett

Unter Dárdai entwickelten sich seine drei Söhne Palko, 26, Marton, 23, und Bence Dárdai, 19, zu Profispielern. Die Familie sorgte für ein Novum, als alle drei im Juli 2023 in einem Spiel bei Fortuna Düsseldorf (0:1) für die Hertha zum Einsatz kamen – mit ihrem Vater als Trainer an der Seitenlinie. Mittlerweile ist nur noch Marton Dárdai bei der Hertha. Bence spielt für den VfL Wolfsburg, Palko bei Puskas Akademia FC in Ungarn.

jan/dpa