SpOn 17.12.2025
12:34 Uhr

Hepatitis B: USA nehmen Impfempfehlung für Neugeborene zurück


Gegen den expliziten Rat von Experten empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC nicht mehr, alle Säuglinge gegen Hepatitis B zu impfen. Ärzte sind nach dem Vorstoß von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. besorgt.

Hepatitis B: USA nehmen Impfempfehlung für Neugeborene zurück

Der abstruse Kampf des US-Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. gegen Impfungen geht weiter. Die US-Gesundheitsbehörde CDC ist nun seinem Rat nachgekommen und hat eine jahrzehntelange Grundsatzempfehlung gekippt. Die CDC rät nicht mehr bei allen Neugeborenen pauschal zu einer Impfung gegen Hepatitis B. Die Neuregelung überlässt es künftig den Eltern von Babys mit Hepatitis-B-negativen Müttern, in Absprache mit einem Arzt über die Impfung zu entscheiden. RFK Jr. ist als langjähriger Impfgegner bekannt .

Die Entscheidung stellt eine tiefgreifende Wende in der US-Gesundheitspolitik dar. Seit 1991 hatten die Behörden eine universelle Impfung für alle Säuglinge empfohlen, beginnend mit einer ersten Dosis kurz nach der Geburt. Die CDC (Centers for Disease Control and Prevention) ist die zentrale Behörde des US-Gesundheitsministeriums für öffentliche Gesundheit. Ihre Empfehlungen sind maßgeblich für den Versicherungsschutz und die ärztliche Praxis in den USA. Experten warnten, die neue Regelung könne dazu führen, dass sich mehr Familien gegen Impfungen entscheiden und mehr Kinder dem Hepatitis-B-Virus aussetzen.

Experten raten weiter zu Impfung

Führende Mediziner kritisierten den Schritt scharf. »Diese Empfehlung ignoriert die Wissenschaft«, sagte eine Expertin für Infektionskrankheiten an der University of Chicago Medicine. »Die Tatsache, dass die amtierende Leitung der CDC dies unterzeichnet, bestärkt nur, dass sie sich nicht länger wissenschaftsbasierten Empfehlungen zur Verbesserung der Gesundheit verpflichtet fühlt.«

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In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut weiterhin die Impfung gegen Hepatitis B für alle Säuglinge und Kleinkinder. Sie wird üblicherweise ab einem Alter von zwei Monaten als Teil der sogenannten Sechsfach-Impfung verabreicht, die auch vor Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung und Haemophilus influenzae Typ b schützt.

Hepatitis B ist eine Viruserkrankung, die zu schweren Leberschäden wie Zirrhose oder Krebs führen kann. Seit der Einführung der allgemeinen Impfempfehlung in den USA sind die Infektionen dort um fast 90 Prozent zurückgegangen.

czl/Reuters