SpOn 18.05.2026
20:34 Uhr

Heidelberg: Psychiatriepatient stirbt während Fixierung durch Polizei


Ein Mann wird laut Behörden in der Psychiatrie aggressiv, die Polizei soll das Pflegepersonal unterstützen. Er wird fixiert, dann ist der Mann tot. Die Staatsanwaltschaft nimmt nun Ermittlungen auf.

Heidelberg: Psychiatriepatient stirbt während Fixierung durch Polizei

Ein Psychiatriepatient ist in Baden-Württemberg während einer Fixierung durch Polizisten kollabiert und gestorben. Dies teilten die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit . Der 34-Jährige habe sich im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden in Wiesloch bei Heidelberg aggressiv verhalten. Mehrere Pflegekräfte sowie die Stationsärztin hätten versucht, den Mann zu beruhigen und dann zu fixieren, hieß es in der Behördenmitteilung.

Der Patient habe sich mit großer Kraft dagegen gewehrt, sodass Kräfte des Polizeireviers Wiesloch zur Unterstützung angefordert worden seien. Nach dem Eintreffen der Beamtinnen und Beamten sei zur Unterstützung des Pflegepersonals »unmittelbarer Zwang mit dem Ziel der Fixierung des Patienten angewendet« worden.

Dagegen habe sich der Patient heftig gewehrt, hieß es weiter. »Im Rahmen der Fixierung kollabierte der Patient und er wurde reanimationspflichtig.« Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe sei sein Tod festgestellt worden. Der Mann ist demnach seit mehreren Wochen freiwillig in dem Zentrum untergebracht gewesen.

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Die Staatsanwaltschaft prüft laut Mitteilung, ob sich die an der Fixierung beteiligten Personen wegen fahrlässiger Tötung strafbar gemacht haben. Eine Obduktion zur Ermittlung der Todesursache sei in Auftrag gegeben worden. Wann die Ergebnisse vorliegen sollen, war zunächst unklar. Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft ermitteln in dem Fall.

Im Mai 2022 ereignete sich ein ähnlicher Vorfall in der Region. Damals war ein psychisch kranker 47-Jähriger in der Mannheimer Innenstadt bei einem gewaltsamen Einsatz von zwei Polizisten zusammengebrochen und im Krankenhaus gestorben. Mehr zu dem Fall lesen Sie hier .

Das Landgericht Mannheim entschied 2024: Das Vorgehen der beiden angeklagten Polizisten war im Wesentlichen gerechtfertigt. Es sprach einen Beamten damals frei, sein Kollege wurde zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt.

esk/dpa