SpOn 18.12.2025
13:23 Uhr

Harvard: Ex-Leichenhallenchef verkaufte Körperteile – acht Jahre Gefängnis


Cedric L. soll unter anderem Gehirne, Haut und Hände verkauft habe. Die Körperteile stammten von Leichen, die der Harvard-Universität zu Forschungszwecken gespendet worden waren. Nun muss er ins Gefängnis.

Harvard: Ex-Leichenhallenchef verkaufte Körperteile – acht Jahre Gefängnis

Ein Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania hat einen ehemaligen Leiter des Leichenschauhauses der Medizinischen Fakultät der Universität Harvard zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Cedric L. hatte demnach menschliche Überreste entwendet und verkauft. Seine Frau, Denise L., wurde wegen Beihilfe zu einer Freiheitsstrafe von etwas mehr als einem Jahr verurteilt.

Cedric L. hatte sich im Mai der Verschwörung und des Transports gestohlener menschlicher Überreste schuldig bekannt. Laut einer Erklärung des Justizministeriums  zur Urteilsverkündung ging es um den Diebstahl und Verkauf von Organen, Haut, Gehirnen und sezierten Köpfen von Leichen, die Harvard von 2018 bis mindestens März 2020 gespendet wurden. Dem Gericht zufolge verschickte L. die Körperteile an Käufer in Pennsylvania und darüber hinaus.

Demnach nahm L. die sterblichen Überreste »ohne Wissen oder Erlaubnis seines Arbeitgebers, des Spenders oder der Familie des Spenders an sich«. Er habe sie zu seinem Wohnsitz im US-Bundesstaat New Hampshire gebracht und von dort mit seiner Frau an Käufer verschickt. Diese hätten die L.s etwa über Facebook gefunden, heißt es. Einige Käufer holten die Teile offenbar persönlich ab.

Zwei Köpfe für knapp 1500 Euro

Im Mai 2018 habe das Ehepaar 24 Hände, zwei Füße, neun Wirbelsäulen, einen Teil eines Schädels und zwei Schädeldecken an eine Person verkauft, die dafür 3050 Dollar (rund 2550 Euro) bezahlte. So berichten US-Medien unter Verweis auf Gerichtsunterlagen. Im Februar und März 2019 verschickten sie demnach zwei Köpfe für 1725 Dollar (knapp 1500 Euro) und fünf Gesichter für 2300 Dollar (knapp 2000 Euro) an denselben Käufer.

Die Harvard Medical School erklärte laut US-Medien in einer Pressemitteilung, das Verhalten des früheren Angestellten sei »abscheulich und unvereinbar mit den Standards und Werten, die Harvard, unsere anatomischen Spender und ihre Angehörigen erwarten und verdienen«.

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Christopher Nielsen, der Leiter der Abteilung für Philadelphia des U.S. Postal Inspection Service – einer Bundesbehörde, die Straftaten im Zusammenhang mit dem Postverkehr verfolgen und verhindern soll –, sagte laut einer Presseerklärung: »Der Handel mit gestohlenen menschlichen Überresten über die US-Post ist eine verstörende Tat, die bereits trauernde Familien zu Opfern macht und gleichzeitig eine potenziell gefährliche Situation für Postangestellte und Kunden schafft.« Er hoffe, dass die Urteile denjenigen, die von diesem schrecklichen Verbrechen betroffen seien, »ein gewisses Maß an Abschluss« bringen.

Mehrere weitere Angeklagte haben in damit zusammenhängenden Fällen ebenfalls ein Schuldbekenntnis abgelegt, teilte das Justizministerium mit. Der Fall hatte bereits zu Prozessbeginn 2023 für internationales Aufsehen gesorgt. Im selben Jahr machte auch der Fall von zwei Bestatterinnen im US-Bundesstaat Colorado Schlagzeilen. Diese verkauften jahrelang Körperteile von Toten, die sie eigentlich beerdigen sollten.

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bbr/mgo/AP