SpOn 21.01.2026
18:37 Uhr

Hannover: Schützen küssen Polizistin – Prozess wegen Belästigung


Beim Schützenausmarsch in Hannover haben zwei Männer mutmaßlich eine Polizistin festgehalten und ihr ohne Zustimmung Küsse gegeben. Ob das sexuelle Belästigung ist, klärt nun ein Gericht.

Hannover: Schützen küssen Polizistin – Prozess wegen Belästigung

Polizistinnen und Polizisten werden im Dienst oft beleidigt, angefeindet, angegriffen. Eine Beamtin in Hannover erlebte ebenfalls eine Grenzüberschreitung: Ihrer Schilderung nach wurde sie beim Schützenausmarsch im vergangenen Juli von zwei Männern festgehalten und gegen ihren Willen geküsst.

Wie das Amtsgericht Hannover mitteilte, werde den Männern im Alter von 44 und 34 Jahren vorgeworfen, die Frau am Oberarm gepackt und sie ohne ihr Einverständnis auf beide Wangen geküsst zu haben – nahe der Mundwinkel.

Ein Gericht muss nun entscheiden

Die Polizeikommissarin habe sich »emotional überrumpelt« gefühlt und brachte den Vorfall zur Anzeige. Die beiden Männer legten gegen Strafbefehle jeweils Widerspruch ein, daher kommt es am 29. Januar zur Hauptverhandlung. Der Vorwurf lautet: sexuelle Belästigung. 14 Zeugen sind in dem Verfahren geladen, wie das Gericht mitteilte.

Das Schützenfest in Hannover wirbt damit, das größte der Welt zu sein. Schon beim traditionellen Ausmarsch der Schützenvereine versammelten sich im vergangenen Jahr etwa 180.000 Schaulustige. Rund 800.000 Besucher kamen insgesamt zum Schützenfest – etwa 150.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Ein ähnlicher Fall sorgte 2023 für weltweites Aufsehen: Spaniens Fußballverbandspräsident Luis Rubiales küsste nach dem WM-Finale der Frauen die Spielerin Jennifer Hermoso gegen ihren Willen auf den Mund. Es war der Übergriff, der zum Epochenfall wurde. Anfang vergangenen Jahres fiel ein Urteil gegen Rubiales. Mehr dazu lesen Sie hier. 

mkh/dpa