SpOn 14.01.2026
12:01 Uhr

Hannover: Mehrjährige Haftstrafe für Betreiber von Corona-Testzentrum


Das Amtsgericht Hannover hat einen Mann wegen Betrugs verurteilt, der in der Pandemie offenbar Hunderttausende Euro zu viel abgerechnet hat. Vor Gericht räumte er die Taten ein.

Hannover: Mehrjährige Haftstrafe für Betreiber von Corona-Testzentrum

»Mindestens 877.058,33 Euro zu viel abgerechnet«: Ein 27-Jähriger betrieb in der Pandemie mehrere Corona-Testzentren – nun hat ihn das Amtsgericht Hannover zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann deutlich zu viele Tests bei der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen abgerechnet hat, und verurteilte ihn wegen Betrugs in acht Fällen. Er habe die Taten in der Hauptverhandlung selbst eingeräumt, schreibt das Gericht .

Laut der Anklage hatte der Mann stationäre und mobile Teststationen unter anderem in Hannover, Ledeburg und Laatzen betrieben. Die Kassenärztliche Vereinigung zahlte ihm für fast 100.000 Tests von März 2022 bis Oktober 2022 insgesamt etwa 970.000 Euro aus. Laut dem Gericht mindestens 877.058,33 Euro zu viel.

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Neben der Freiheitsstrafe müsse der Mann nach dem Urteil auch die etwa 970.000 Euro zurückzahlen, teilt das Amtsgericht mit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe von nicht mehr als zwei Jahren gefordert.

In der Pandemie zahlte der Staat Milliarden für Coronatests, einiges davon landete in den Taschen von Betrügern. Warum der Bundesrechnungshof meint, die Länder hätten bei der Jagd nach dem Geld bisher nur mäßigen Erfolg, lesen Sie hier: »27,8 Millionen Euro wurden zurückgezahlt – 375,2 Millionen Euro nicht« .

jml/AFP