SpOn 18.02.2026
16:30 Uhr

Hannover: Berufsschule soll in ehemaliges Kaufhof-Gebäude ziehen


Schule statt Shopping: Die Region Hannover will einen Teil des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes mieten, um darin eine Berufsschule unterzubringen. Doch bevor 2027 der Unterricht starten soll, stehen noch Umbauarbeiten an.

Hannover: Berufsschule soll in ehemaliges Kaufhof-Gebäude ziehen

Auf drei Etagen des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes in der Innenstadt von Hannover sollen ab 2027 Schülerinnen und Schüler lernen. Die Region Hannover gab bekannt, dass dafür eine Fläche von 18.000 Quadratmetern angemietet werde. Die Regionsversammlung soll kommende Woche das Vorhaben beschließen.

Ab 2027 sollen dann in dem einstigen Warenhaus die knapp 4000 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen Cora Berliner lernen. Derzeit ist die kaufmännische Schule auf zwei Standorte verteilt, künftig sollen dann alle in der Innenstadt auf einem Campus unterrichtet werden.

Davor sind aber noch Umbauarbeiten geplant. Das ehemalige Kaufhaus wird entkernt. Ein verglaster Innenhof soll die Rolltreppen ersetzen und Licht in das Gebäude bringen. Das sagte der Besitzer des Gebäudes, Investor Oliver Blume, der »Bild«-Zeitung . Blume (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen VW-Chef) gehört unter anderem auch der Fernsehturm »Telemoritz« in der Stadt.

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Die Mietkosten für die drei Schuletagen sollen auf 30 Jahre gerechnet voraussichtlich bei rund 155 Millionen Euro liegen, berichtete die »Hannoversche Allgemeiner Zeitung« . Die Anmietung sei dennoch die günstigere Lösung im Vergleich zu einem Neubau, betonten die Verantwortlichen bei der Präsentation der Pläne am Dienstag.

Lernen statt Shoppen – das Projekt in Hannover ist nicht die einzige Umnutzung eines Einkaufszentrums zu Bildungszwecken. In Hamburg entsteht in einem ehemaligen Öko-Einkaufszentrum eine Stadtteilschule. In Lübeck wird das einstige Karstadt-Gebäude zu einem Bildungshaus umgebaut, in dem unter anderem zusätzliche Räume für die vier Altstadtgymnasien geplant sind. Auch Volkshochschulen und Kitas sind schon in ehemaligen Kaufhäusern und Supermärkten untergekommen.

OB hofft auf Kaufkraft durch Schule

Die Region Hannover sieht sich dennoch als Vorreiter: »Das Projekt besitzt Modellcharakter: Die Umnutzung eines ehemaligen Kaufhauses zu einem Bildungs- und Gemeinwesensstandort zeigt, wie Schulentwicklung, Innenstadtbelebung und nachhaltige Flächennutzung zusammenwirken können«, sagte Regionspräsident Steffen Krach. Rund um die Schule sollen Handel und Gastronomie einziehen und Wohnungen entstehen.

Auch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay zeigte sich erfreut über die Umnutzung und sagte: »Wenn so viele junge Menschen täglich in die Innenstadt ein- und auspendeln, ist das für eine lebendige und zukunftssichere City, wie sie Hannover ist, ein echter Gewinn.« Und natürlich würden die Schülerinnen und Schüler auch eine gewisse Kaufkraft für den Einzelhandel und die Gastronomie vor Ort mitbringen, hofft der OB.

Wie sich öde Innenstädte in Begegnungsorte verwandeln lassen, lesen Sie hier .

kfr