Bei dem Onlinehändler Otto wird es offenbar radikale Stellenstreichungen geben. »Diese schwierige Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen und ist das Ergebnis mehrmonatiger, konstruktiver Verhandlungen mit dem Otto-Betriebsrat«, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns .
Der Umbauprozess im Hamburger Handels- und Versandkonzern läuft bereits seit Februar 2025, als externe Berater begannen, Strukturen im Konzern systematisch zu durchleuchten. Dies soll zu Kostensenkungen von 110 Millionen Euro führen.
Vor einem Jahr bereits Hunderte Mitarbeiter entlassen
Kern des Programms ist ein massiver Personalabbau, der sich durch mehrere Bereiche des Konzerns zieht. Begonnen hat dieser mit umfassenden Streichungen im Kundenservice, wo im vergangenen Jahr 480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in den Callcentern verloren haben.
Der telefonische Kundenkontakt verliert an Bedeutung, viele Anfragen laufen heute über Self-Service-Angebote, Apps und digitale Kanäle, weshalb sich die bisherigen Callcenter-Strukturen offenbar nicht mehr rechneten.
Unsicherheit in der Belegschaft
Der Konzern verknüpft den Stellenabbau mit einer strategischen Neuausrichtung: Das klassische Versandgeschäft verliert an Bedeutung, stattdessen soll das Marktplatz- und Plattformgeschäft ausgebaut und Prozesse stärker digitalisiert werden. Für viele Beschäftigte bedeutet dies eine Phase großer Unsicherheit, da konkrete Namenslisten und Detailpläne zum weiteren Personalabbau teils noch ausstehen. Es seien Veränderungen im Marketing, im Controlling sowie in den Tech-Bereichen vorgesehen, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.
Otto kündigte an, die anstehenden Veränderungen »so fair, respektvoll, transparent und sozialverträglich wie möglich« zu gestalten. Für die betroffenen Mitarbeiter soll es Altersteilzeit-Angebote und Abfindungsangebote geben. Auch ein Wechsel in eine Transfergesellschaft sei möglich. Eine solche Gesellschaft übernimmt Arbeitnehmer befristet, qualifiziert sie weiter und bringt sie im günstigsten Fall wieder auf dem Arbeitsmarkt unter.
