SpOn 26.02.2026
08:12 Uhr

Hamburg: Razzia gegen mutmaßlichen Russland-Embargobrecher


Mit mehreren Firmen soll er russische Waren nach Deutschland eingeführt haben, obwohl sie auf der EU-Embargoliste stehen. Ermittler haben einen Hamburger Unternehmer verhaftet und Geschäftsräume durchsucht.

Hamburg: Razzia gegen mutmaßlichen Russland-Embargobrecher

Ein Geschäftsführer dreier Firmen aus Hamburg steht im Verdacht, in mehr als 900 Fällen gegen das Russland-Embargo verstoßen haben. Waren im Wert von mehr als vier Millionen Euro sollen mittelbar aus Russland eingeführt worden sein, wie das Zollfahndungsamt Essen mitteilte . Aufgrund der laufenden Ermittlungen machte die Behörde zu der Art der Waren keine Angaben.

Es habe am 18. Februar Durchsuchungen in den drei Firmen gegeben, sagte ein Sprecher. Dabei stellten die Ermittler demnach zahlreiche Geschäftsunterlagen und Speichermedien als Beweismittel sicher. Zudem wurden zwei Luxuslimousinen beschlagnahmt und Vermögen von 3,5 Millionen eingefroren, damit diese während des Ermittlungsverfahrens nicht verschoben oder versteckt werden können.

Die Essener Zollbehörde war bei dem Einsatz federführend; an den Durchsuchungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg beteiligten sich auch Kräfte des Hauptzollamtes und des Zollfahndungsamtes Hamburg.

Seit dem Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine hat die EU außer zahlreichen Exportverboten auch Importverbote gegen bestimmte russische Waren verhängt. Immer wieder gehen deutsche Behörden gegen Netzwerke vor, in denen Firmen diese Verbote umgehen. So wurde etwa Anfang Februar ein 38-jähriger deutsch-russischer Geschäftsmann verhaftet, der über ein Lübecker Unternehmen zahlreiche sanktionierte Güter an russische Rüstungsunternehmen geliefert haben soll.

fdi/dpa