SpOn 19.11.2025
12:07 Uhr

Hamburg: Mutter auf Hausboot getötet – Sohn muss dauerhaft in Psychiatrie


Auf einem Hausboot in Hamburg-Moorfleet wurde die 58-jährige Autorin Alexandra Fröhlich erschlagen. Nun hat das Landgericht entschieden: Ihr Sohn beging die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit.

Hamburg: Mutter auf Hausboot getötet – Sohn muss dauerhaft in Psychiatrie

Ein halbes Jahr nach dem gewaltsamen Tod der Hamburger Autorin Alexandra Fröhlich auf einem Hausboot muss ihr Sohn dauerhaft in die Psychiatrie. Das hat das Landgericht Hamburg entschieden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 23-Jährige an einer schizoaffektiven Störung leidet. Diese sei die durch die Einnahme von Drogen noch verstärkt worden. Bei der Tat habe der junge Mann im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt.

Eine schizoaffektive Störung zeichnet sich durch Stimmungsschwankungen und gleichzeitige Symptome der Schizophrenie wie etwa Wahn oder Halluzinationen aus. In dem sogenannten Sicherungsverfahren war die Öffentlichkeit bis zur Urteilsverkündung ausgeschlossen worden.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Sohn am 22. April gegen 4 Uhr morgens seine Mutter auf dem Hausboot am Holzhafenufer in Hamburg-Moorfleet getötet haben. Er habe mit einem unbekannten Schlagwerkzeug – möglicherweise einem Hammer – mehrfach auf Kopf und Hals seiner schlafenden Mutter eingeschlagen. Die 58-Jährige erlitt den Angaben zufolge ein offenes Schädelhirntrauma und starb noch am Tatort. Angehörige fanden ihre Leiche später.

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Mit der Entscheidung entsprach die Kammer den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Beide Seiten verzichteten auf Rechtsmittel, das Urteil ist damit bereits rechtskräftig.

Die Journalistin und Autorin Alexandra Fröhlich veröffentlichte 2012 ihren Debütroman »Meine russische Schwiegermutter und andere Katastrophen«, der auf der SPIEGEL-Bestsellerliste landete. 2016 erschien ihr Kriminalroman »Gestorben wird immer«, 2019 folgte »Dreck am Stecken«.

wit/dpa/AFP