Obwohl Hamburg nicht am Meer liegt und mehr für Regen als Schnee bekannt ist, lässt sich vor den Toren der Stadt derzeit ein seltenes Naturschauspiel erleben. Nach dem jüngsten Schneefall und Dauerfrost türmen sich elbaufwärts bei Geesthacht meterhohe Eisberge.
Der Grund: Seit Tagen kämpft die in Geesthacht stationierte Eisbrecherflotte gegen eine gewaltige Eisbarriere am Stauwehr und verwandelt die Eisdecke auf dem Fluss in kleinere Eisberge, die nun bei Niedrigwasser am Ufer der Elbe gestrandet sind.
Bis zu zehn Eisbrecher im Einsatz
Am Wochenende kamen zahlreiche Schaulustige, um durch die Eislandschaft zu spazieren. »Das hatten wir so auch noch nicht«, sagte der Leiter der Spezialschiff-Flotte beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA), Andreas Schultz, der »Bild«-Zeitung. Damit das Eis vernünftig ablaufen könne, müssten mindestens 500.000 Liter Wasser pro Sekunde stromabwärts fließen. Zuletzt seien es aber nur etwa 300.000 Liter gewesen.
Kleinere Eisschollen entlang des Elbufers
Foto: Bodo Marks / dpa / picture allianceDas habe auch Folgen für die Eisbrecherflotte. »Wir können nur bei Hochwasser fahren. Steht das Wasser zu niedrig, könnten wir durch den Tiefgang den Grund berühren – und das geht natürlich nicht«, sagte Schultz dem »Hamburger Abendblatt«. Bislang seien bis zu zehn Eisbrecher auf der Elbe im Einsatz gewesen, so viele wie seit 2013 nicht mehr.
Warnung vor Frost und starken Böen in Deutschland
Wärmeres Wetter ist in den kommenden Tagen indes nicht zu erwarten. Ein starkes Hoch aus Skandinavien bestimmt die Witterung und lenkt kalte und trockene Kontinentalluft ins Land. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für fast ganz Deutschland Wetterwarnungen herausgegeben. Bis zum Montagvormittag galten Frostwarnungen der Warnstufe Gelb.
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Im Osten und Südwesten der Bundesrepublik könnte es noch ungemütlicher werden. Hier werden Sturmböen, dichter Nebel und teilweise Glätte erwartet. Im Erzgebirge können laut DWD teils Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometer pro Stunde auftreten. Auch an der unteren Donau wurden stärkere Böen erwartet.
