So viel geschneit hat es lange nicht in Hamburg. Seit Anfang Januar ist die Hansestadt in Weiß gehüllt, was so einige Probleme mit sich brachte: Schulausfall, leer gekaufte Supermarktregale, S-Bahnen im 20-Minuten- oder gar keinem Takt mehr. Aber auch große Freuden: So wurden im Blankeneser Schinckels Park die traditionellen Kreeks aus den Kellern geholt, die Holzkistenschlitten mit Baumstammsteuerung sausten für Hamburger Verhältnisse spektakulär den kleinen Abhang hinunter.
Auch die Schneemannparade auf der Krugkoppelbrücke am Nordende der Außenalster gehört dazu, rote Möhrennasen reckten sich in den eisigen Wind, holzige Zweigarme in den Himmel. Der Deutschen Presse-Agentur war dies sogar eine Meldung wert: »Die eisigen Kunstwerke sind liebevoll gestaltet: Äste dienen als Arme, Blaubeeren als Augen, ein Blatt als Schal. Ein Schneemann trägt sogar eine Babysocke als Mütze. Mit jedem Tag scheint die fröhliche Truppe zu wachsen – und sorgt bei Vorbeigehenden für Schmunzeln und gezückte Handys.« Endlich mal etwas Nettes in der turbulenten weltweiten Nachrichtenlage!
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Bis Ende vergangener Woche. Da verbreitete sich ein anonym eingereichtes Video über den Instagram-Account »geheimtipphamburg« : Zu sehen ist eine Person in dunkler Jacke und Mütze, die am Ende der Brücke mit weiten Armbewegungen ein Schneemännchen nach dem anderen über die Brüstung wischt, sich zuletzt kurz umdreht und einen Blick auf die Zerstörung wirft. In mehr als 12.000 Kommentaren war die Empörung über das »Schneemann-Massaker« groß, bis die Idee eines Flashmobs aufkam: »Morgen flashmob Schneemann bauen ab 12:00 Uhr«, hieß es.
Am Samstagmittag versammelten sich rund 100 Hamburger und Hamburgerinnen zum gemeinsamen Schneemenschenbau auf der Brücke zwischen Harvestehude und Winterhude. Nach einer knappen Stunde, so hat es das »Hamburger Abendblatt« beobachtet , war das Geländer wieder bevölkert: kreativer und bunter als zuvor. Eine Schneefigur trug ein Schild um den Hals: »Lasst Euch nicht unterkriegen!« – eine klitzekleine Demonstration gegen den Winterblues.
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