SpOn 19.11.2025
08:44 Uhr

Hambach: Besetztes Waldstück an Tagebau geräumt – 15 Personen in Gewahrsam genommen


Sie wollten eine Abholzung des sogenannten Sündenwäldchens am Rande des Tagebaus Hambach verhindern: Inzwischen sind die Aktivisten von der Polizei aus dem Areal geholt worden. Nun gibt es eine Mahnwache.

Hambach: Besetztes Waldstück an Tagebau geräumt – 15 Personen in Gewahrsam genommen

Bei der Räumung eines letzten von Aktivisten besetzten Waldstückes am Braunkohle-Tagebau Hambach im Rheinischen Revier hat die Polizei eigenen Angaben zufolge 15 Personen in Gewahrsam genommen. Von ihnen befänden sich nach dem Einsatz am Dienstag aktuell noch vier Personen in Gewahrsam der Polizei, sagte ein Sprecher der Behörde am Morgen.

Direkt vor dem Gebäude der Kreispolizeibehörde des Rhein-Erft-Kreises in Bergheim hätten sich am Abend in der Spitze bis zu zehn Menschen versammelt, die sich solidarisch mit den in Gewahrsam genommenen Personen zeigten. Diese Mahnwache dauere an, teilte die Polizei mit. 

Spezialisten für Einsätze in großer Höhe

Insgesamt sind bei dem Einsatz im Bereich des Manheimer Erbwaldes bei Kerpen unweit von Köln laut Polizei 18 Personen von Beamten aus dem Wald begleitet worden. Neben den 15 Personen, die in Gewahrsam genommen wurden, hätten drei Personen einen Platzverweis bekommen und seien nach der Identitätsfeststellung entlassen worden, teilte die Polizei weiter mit.

Die Beamten fertigten unter anderem Strafanzeigen wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs, der versuchten gefährlichen Körperverletzung sowie des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, hieß es. Die Polizei war am Dienstag mit zahlreichen Beamten im Wald. Bei dem Einsatz holten Spezialisten für Einsätze in großer Höhe mehrere Braunkohle-Gegner aus den Bäumen.

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Die Aktivisten hatten von Beginn an Widerstand gegen die Räumung angekündigt. »Wir werden bleiben, solange wir können«, schrieb die Initiative »Lützerath lebt«. »Wir sind hier, um Wald und Natur vor den zerstörerischen Plänen von RWE zu schützen.« Aktivistinnen und Aktivisten hatten sich seit mehr als einem Jahr in dem kleinen Waldstück westlich von Köln aufgehalten und dort Baumhäuser gebaut. Mit der Besetzung wollten sie die Abholzung des Wäldchens verhindern. Es war schon mehrfach zu Polizeieinsätzen gekommen.

RWE will das etwa ein Hektar große Waldstück am Rande des Tagebaus roden, um Kies abbauen zu können. So soll die Böschung eines später dort geplanten Sees stabilisiert werden. »Alle Genehmigungen liegen vor. Die erforderlichen artenschutzrechtlichen Überprüfungen und Maßnahmen haben stattgefunden«, betonte der Konzern in einer Stellungnahme zum Beginn der Räumung.

wit/dpa