SpOn 06.01.2026
09:25 Uhr

HHLA: Hamburger Hafengesellschaft will Minderheitsaktionäre loswerden


Mehr als 95 Prozent halten die Stadt Hamburg und die Reederei MSC bereits, nun wollen sie die verbliebenen Aktionäre an der HHLA herauskaufen. Damit dürfte das Unternehmen langfristig von der Börse verschwinden.

HHLA: Hamburger Hafengesellschaft will Minderheitsaktionäre loswerden

Die Stadt Hamburg und die MSC-Reederei drängen auf eine alleinige Kontrolle der Hafengesellschaft HHLA. Zu Deutschlands größtem Hafenkonzern gehören insbesondere die Hamburger Containerterminals Tollerort, Altenwerder und Burchardkai.

MSC und die Stadt halten über die Port of Hamburg Beteiligungsgesellschaft (PoH) die überwiegende Mehrheit der Aktien an dem Unternehmen und wollen nun auch die restlichen Kleinaktionäre aus der HHLA drängen. Mit ihrem Anteil von inzwischen mehr als 95 Prozent haben sie die Möglichkeit, die Minderheitsaktionäre aktienrechtlich  herauszukaufen.

Angemessene Abfindung versprochen

Die PoH habe dem Vorstand der Hafengesellschaft bekannt gegeben, dass sie eine Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre anstrebe, teilte die HHLA mit. Im Gegenzug solle eine »angemessene Barabfindung« gewährt werden. Dieser sogenannte Squeeze-out werde mit einem Beschluss der Hauptversammlung und Eintragung ins Handelsregister wirksam.

Die Abfindungshöhe soll auf Basis einer Unternehmensbewertung festgelegt werden. »Die Angemessenheit der Barabfindung wird zudem durch einen gerichtlich bestellten Prüfer geprüft«, heißt es. Der Squeeze-out war auch von manchem Minderheitsaktionär bereits seit Längerem erwartet worden. Mit dem Wegfall der verbliebenen kleineren Aktionäre dürfte die HHLA langfristig auch von der Börse verschwinden.

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Der Einstieg von MSC bei dem Logistiker war heftig umstritten, doch vor rund einem Jahr konnte die Schweizer Großreederei sich ihren Platz als zweiter Großaktionär neben der Stadt endgültig sichern. Im vergangenen Sommer schließlich wurde die langjährige HHLA-Chefin Angela Titzrath von Jeroen Eijsink abgelöst.

Eijsink zog Mitte November ein positives Zwischenfazit. »Die HHLA hat sich in den vergangenen Monaten unter herausfordernden Bedingungen positiv entwickelt«, sagte er. Er kündigte zudem an, »weiter daran zu arbeiten, die HHLA zukunftsfähig aufzustellen«.

In den ersten neun Monaten 2025 hatte die HHLA Umsatz und Ergebnis steigern können – trotz schwächelnder Konjunktur, geopolitischer Spannungen und der US-Zölle. Der Umsatz legte um 12,5 Prozent auf 1,331 Milliarden Euro zu, der Gewinn nach Steuern und nach Anteilen anderer Gesellschafter stieg auf 34,9 Millionen Euro.

apr