Gustavo Petro, der Präsident Kolumbiens, hat über das Liebesleben von Jesus spekuliert. Mit der Bemerkung, Christus habe wahrscheinlich Sex mit Maria Magdalena gehabt, löste Petro Empörung unter den Gläubigen seines Landes aus.
In einer Rede hatte Petro gesagt, ein Mann wie Jesus könne »nicht ohne Liebe existieren« und Jesus habe sicherlich »Liebe gemacht – vielleicht mit Maria Magdalena«. Jesus sei »umgeben von Frauen gestorben, die ihn liebten, und davon gab es viele«, führte der kolumbianische Präsident weiter aus. Laut der Bibel führte Jesus ein Leben in Keuschheit und war nie verheiratet.
Die Evangelikale Vereinigung Kolumbiens teilte mit, Petros Äußerungen verzerrten »die historische, biblische und theologische Wahrheit« und zeigten einen »Mangel an Respekt«. Auch die größte katholische Vereinigung des Landes rief den Präsidenten zur Zurückhaltung auf; die Episkopale Konferenz forderte, Politiker sollten grundsätzlich auf »theologische« Äußerungen verzichten.
Die meisten Kolumbianer gehören der katholischen Kirche oder anderen christlichen Glaubensrichtungen an. Petro selbst wurde in katholischen Schulen erzogen und hatte sich in der Vergangenheit anerkennend zur Befreiungstheologie geäußert.
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Über das Leben von Jesus Christus hatten schon viele Staatsoberhäupter eine Bemerkung übrig. Für den von den USA entführten ehemaligen venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro stand etwa fest, dass Jesus in Wahrheit ein Palästinenser war.
