SpOn 19.01.2026
12:35 Uhr

Gurken verteuern sich drastisch: Plus 80 Prozent in zwei Monaten


Steigende Lebensmittelpreise besorgen viele Verbraucher, nun trifft die Inflation eine Gemüsesorte besonders. Schlechte Ernten lassen die Salatgurke innerhalb weniger Monate teurer werden. Experten haben dennoch Hoffnung.

Gurken verteuern sich drastisch: Plus 80 Prozent in zwei Monaten

Die Preise für Gemüse sind auch in den vergangenen Monaten weiter angestiegen, ganz besonders für Salatgurken. Grund dafür ist das knappe Angebot aus wichtigen Anbaugebieten in Südspanien und den Niederlanden. Durch besonders ungünstiges Winterwetter sei dort der Anbau in Schwierigkeiten geraten, so Gabriele Held, Marktexpertin der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI).

Kalte Nächte sorgen für Anbauprobleme

In Spanien folgte nach einem langen, warmen Spätsommer ein heftiger Temperatursturz. Dadurch seien die Kulturen geschwächt worden. »Bei Nachttemperaturen von weniger als 10 Grad wachsen Gurken nicht gut«, sagte Held. In den unbeheizten Produktionsanlagen entwickelten sich die Pflanzen nur sehr langsam.

Auch das Angebot aus den Niederlanden ist begrenzt. Im Dezember waren Salatgurken laut Statistischem Bundesamt hierzulande 43 Prozent teurer als im Vormonat. Gegenüber dem Oktober stiegen die Preise sogar um gut 80 Prozent.

Auch Ernte von Tomaten, Paprika und Zucchini geht zurück

Laut AMI verteuert das kalte Wetter auch anderes Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika und Zucchini, weil die Erntemengen kleiner ausfallen. Bereits im vergangenen Frühjahr hatte das Statistische Bundesamt hier einen Preisanstieg vermeldet.

In deutschen Geschäften ist deshalb insbesondere der Anteil an Premiumware gering. Wegen des knappen Angebots haben Händler die Ware zuletzt deutlich seltener beworben.

Gemüsepreise könnten wieder sinken

Der Höhepunkt der Preisentwicklung dürfte nach Einschätzung der Experten jedoch überschritten sein. Verbraucherinnen und Verbraucher hätten angesichts der gestiegenen Preise weniger Gurken und Paprika gekauft, sagt Held. Mittelfristig dürfte das Gemüse daher wieder günstiger werden.

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Die SPD hatte Supermarktketten zuletzt vorgeschlagen, einen »Deutschlandkorb« mit günstigen Grundnahrungsmitteln aus deutscher Produktion anzubieten. Die Unternehmen reagierten darauf allerdings sehr zurückhaltend.

jpe/dpa