Wegen der Verlegung von Bandenchefs in ein Hochsicherheitsgefängnis haben inhaftierte Bandenmitglieder in mehreren Haftanstalten in Guatemala mehr als 40 Gefängniswärter als Geiseln genommen. Bislang gebe es bei den Gefängnisaufständen keine Toten oder Verletzten, erklärte Innenminister Marco Antonio Villeda am Samstag (Ortszeit). Er schloss aus, für eine Freilassung der Geiseln mit den Häftlingen in Verhandlungen zu treten: »Ich werde keine Vereinbarungen mit einer Terrorgruppe treffen.«
In Guatemala sind die verfeindeten kriminellen Banden Barrio 18 und Mara Salvatrucha (MS-13) aktiv, die beide von den örtlichen und den US-Behörden als terroristische Vereinigungen eingestuft werden. Vergangenes Jahr wurden in Guatemala inhaftierte Führungsmitglieder der Banden in das Hochsicherheitsgefängnis Renovación I gebracht, rund 75 Kilometer südlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt. Die Isolation der Bandenchefs löste wiederholt Gefängnismeutereien aus.
Der Chef der guatemaltekischen Strafvollzugsbehörde, Jorge Guillermo López, erklärte nun, in Renovación I seien neun Strafvollzugsbeamte als Geiseln genommen worden. Im Gefängnis Fraijanes II wurden demnach 28 Wärter als Geiseln genommen und in der Haftanstalt Preventivo in einem Vorort von Guatemala-Stadt weitere acht Wärter und ein Psychologe.
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Bei Gefängnismeutereien im vergangenen Jahr war ein Wärter durch Schüsse gestorben. Im Oktober sorgte außerdem der Gefängnisausbruch von 20 Anführern von Barrio 18 für Schlagzeilen, von denen bislang nur sechs wieder gefasst wurden. Ein weiterer flüchtiger Bandenchef wurde erschossen.
Geiselnahmen durch Häftlinge hat es in Guatemala bereits früher gegeben, doch nie zuvor wurden dabei so viele Menschen als Geiseln genommen.
