SpOn 14.01.2026
14:51 Uhr

Großrazzia: Ermittler gehen gegen Schwarzarbeit in Nagelstudios vor


In mehreren Bundesländern gehen Einsatzkräfte gegen Schleuser vor, die illegal Ausländerinnen in Nagelstudios beschäftigt und Steuern hinterzogen haben sollen. Der Schaden wird auf sieben Millionen Euro geschätzt.

Großrazzia: Ermittler gehen gegen Schwarzarbeit in Nagelstudios vor

Mehr als tausend Einsatzkräfte haben am Montag in mehreren Bundesländern 49 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht und Haftbefehle vollstreckt. Die Aktion richtete sich gegen Schleuser, die Arbeitskräfte illegal nach Deutschland holen und Betreiber von Nagelstudios, die sie schwarz beschäftigen.

Bundespolizei, Zoll, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft waren einer gemeinsamen Mitteilung zufolge in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen unterwegs. Unter anderem wurden sie in Augsburg, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Köln und Stuttgart tätig.

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Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht demnach ein 56 Jahre alter Beschuldigter aus Düsseldorf. Gegen ihn besteht der Verdacht auf gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern, des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und der Steuerhinterziehung.

Die Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-Westfalen (ZeOS NRW) wirft ihm vor, seit 16 Jahren zeitgleich Nagelstudios neben anderen Orten in Düsseldorf, Köln, Dortmund, Stuttgart und im Landkreis Darmstadt-Dieburg betrieben zu haben. Dabei soll er vietnamesische Staatsangehörige ohne Aufenthaltserlaubnis beschäftigt haben.

Drei Haftbefehle vollstreckt

Insgesamt vollstreckten die Ermittler drei Haftbefehle in Düsseldorf und Dortmund. Neben dem Mann aus Düsseldorf wurden zwei 35 und 44 Jahre alte Frauen festgenommen, die Nagelstudios geführt haben sollen. Insgesamt soll ein Schaden bei den Steuereinnahmen und für die Sozialkassen von mehr als sieben Millionen Euro entstanden sein. Gegen weitere 24 Beschuldigte laufen noch Ermittlungen.

ala/dpa