Großbritannien hat der Europäischen Union Medienberichten zufolge einen gemeinsamen Binnenmarkt für Waren vorgeschlagen. Der Vorstoß sei in Brüssel jedoch auf Ablehnung gestoßen, berichteten die Zeitung »The Guardian« und der Sender BBC .
Die EU habe stattdessen vorgeschlagen, dass das Land einer Zollunion oder dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beitreten solle, heißt es. Beide Optionen würden jedoch voraussetzen, dass Premierminister Keir Starmer von der Labour-Partei eine Personenfreizügigkeit für Arbeiter ermögliche.
Gipfel für Juli geplant
Britische Regierungsvertreter erklärten dem »Guardian« zufolge, die EU habe den Vorschlag für einen Waren-Binnenmarkt nicht endgültig abgelehnt. Das Thema gehöre zu den Optionen für einen geplanten EU-Großbritannien-Gipfel im Juli.
Das britische Kabinettsbüro lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab, teilte jedoch mit, die Regierung verhandele vor dem Gipfel über ein »ehrgeiziges Maßnahmenpaket«. Dazu gehörten Abkommen über den Handel mit Lebensmitteln und Getränken sowie über den Emissionshandel.
Starmers Regierung thematisiert zunehmend die wirtschaftlichen Kosten des Brexit. Finanzministerin Rachel Reeves hatte im März erklärt, die Regierung in London sei bereit, sich an viele EU-Vorschriften anzupassen, um Handelshemmnisse abzubauen. Die britischen Wähler hatten im Juni 2016 für den Austritt aus der EU gestimmt.
Nach schlechten Ergebnissen bei Kommunal- und Regionalwahlen für Labour gilt Starmer als geschwächt. Der ehemalige Gesundheitsminister Wes Streeting, der als Herausforderer Starmers gilt, sprach sich dafür aus, dass Großbritannien in die EU zurückkehre. Ein weiterer potenzieller Rivale, der Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, erklärte, er schlage keinen EU-Wiedereintritt vor.
