SpOn 19.11.2025
15:23 Uhr

Großbritannien: Russisches Spionageschiff soll Laser auf Piloten gerichtet haben


Die russische »Yantar« befindet sich am Rande britischer Gewässer. Verteidigungsminister Healey richtet eine eindeutige Botschaft an Kremlchef Putin. Es ist bereits das zweite Mal, dass das Schiff dieses Jahr in der Region unterwegs ist.

Großbritannien: Russisches Spionageschiff soll Laser auf Piloten gerichtet haben

Das russische Spionageschiff »Yantar« ist laut der britischen Regierung am Rande britischer Gewässer unterwegs. Nachdem es Laserstrahlen auf britische Piloten gerichtet habe, die zu seiner Überwachung entsandt worden waren, reagierte der britische Verteidigungsminister John Healey. Großbritannien stünde bereit, sollte das russische Spionageschiff zu einer Bedrohung werden. Das berichtet unter anderem die britische BBC. 

Bei einer Pressekonferenz in der Downing Street sagte Healey, dass sich das Schiff in den vergangenen Wochen zum zweiten Mal in diesem Jahr in der Nähe britischer Gewässer aufgehalten hatte. Bereits im Januar hatte Großbritannien eine ähnliche Warnung in Richtung Russland ausgesprochen, nachdem die »Yantar« in der Umgebung britischer Gewässer gesichtet worden war. 

Das Schiff sei »für die Sammlung von Informationen und die Kartierung unserer Unterwasserkabel konzipiert«, erklärte Healey.

»Meine Botschaft an Russland und Putin lautet: Wir beobachten euch. Wir wissen, was ihr tut. Und wenn die ›Yantar‹ diese Woche nach Süden fährt, sind wir bereit«, fügte er hinzu.

»Bereit für Putin«

Es handle sich nicht nur um eine Marineoperation. Die Reise der »Yantar« sei Teil eines russischen Programms, das darauf abzielt, Fähigkeiten zu entwickeln, die in Friedenszeiten zur Überwachung und in Konflikten zur Sabotage eingesetzt werden könnten, so Healey. »Deshalb sind wir entschlossen, jedes Mal, wenn die ›Yantar‹ in britische Gewässer einfährt, sie zu verfolgen, sie abzuschrecken und Putin zu zeigen, dass wir bereit sind, und das tun wir gemeinsam mit unseren Verbündeten.«

Polen schließt Konsulat

Neben Großbritannien richtete auch Polen am Mittwoch eindeutige Botschaften in Richtung Russlands. Nach einem Sprengstoffanschlag fällt in Polen eine strategisch wichtige Bahnstrecke aus, die Regierung vermutet den russischen Geheimdienst hinter der Attacke.

Polen hat nach Regierungsangaben zwei Personen identifiziert, die für die Sabotage an Bahnstrecken verantwortlich sein sollen. Die beiden seien Ukrainer und hätten mit dem russischen Geheimdienst zusammengearbeitet, sagte Polens Ministerpräsident Donald Tusk vor Abgeordneten. Sie hätten sich nach Belarus abgesetzt.

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Als Reaktion darauf kündigte die Regierung an, das letzte russische Konsulat, das Generalkonsulat in Danzig (Gdansk), zu schließen. Damit verschärfen sich die Spannungen zwischen Warschau und Moskau deutlich.

Hören Sie auch eine Folge des SPIEGEL-Auslandspotcasts »Acht Milliarden« zum Thema: Drohnenwall, Sicherung der Ostflanke, besserer Luftschutz – Europa will bis 2030 verteidigungsbereit sein. Geld ist vorhanden, eine gemeinsame Strategie noch nicht.

naw