SpOn 17.12.2025
12:37 Uhr

Großbritannien: Rückkehr zu Erasmus – ab 2027 wieder Auslandssemester möglich


Mit dem Brexit war Großbritannien aus dem Erasmus-Austauschprogramm ausgestiegen. Das soll sich nun ändern. Ab 2027 können Studierende aus der EU ihr Auslandssemester wieder an britischen Hochschulen absolvieren.

Großbritannien: Rückkehr zu Erasmus – ab 2027 wieder Auslandssemester möglich

Großbritannien wird ab 2027 wieder an Erasmus, dem EU-Austauschprogramm, teilnehmen. Damit können Studierende im Rahmen des Programms in Großbritannien eine Hochschule besuchen oder eine Ausbildung absolvieren. Auch britischen Studierenden wird der Weg in die EU mit Erasmus damit freigemacht.

Großbritannien war nach dem Brexit 2020 aus dem beliebten Austauschprogramm ausgetreten. Die EU hatte seit Langem auf die Rückkehr gedrängt, um die Beziehungen zu verbessern. Großbritannien galt lange als beliebtes Zielland für Studierende aus der EU.

Der britische Beitrag für das akademische Jahr 2027/28 werde 570 Millionen Pfund betragen, teilte die Regierung in London mit. Im ersten Jahr könnten mehr als 100.000 Menschen im Vereinigten Königreich von dem Programm profitieren.

Verbesserte Beziehungen zu Großbritannien

Der Schritt ist ein weiteres Zeichen verbesserter Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien. »Die heutigen Vereinbarungen beweisen, dass unsere neue Partnerschaft mit der EU funktioniert«, sagte der für die EU-Beziehungen zuständige britische Minister Nick Thomas-Symonds. Die Erasmus-Vereinbarung sei »ein riesiger Gewinn für unsere jungen Leute«. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf der Plattform X, mit der Vereinbarung öffne man jungen Menschen die Tür »zu neuen gemeinsamen Erfahrungen und dauerhaften Freundschaften«.

Beide Seiten vereinbarten zudem, Verhandlungen über eine Verknüpfung ihrer Strommärkte aufzunehmen. Zudem sei besprochen worden, bis zum kommenden Jahr ein Handelsabkommen für Lebensmittel und Getränke sowie eine Verknüpfung der CO₂-Märkte abzuschließen, hieß es in einer Erklärung.

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Die britische Labour-Regierung unter dem Premierminister Keir Starmer bemüht sich seit ihrer Wahl im vergangenen Jahr um engere Beziehungen zur EU und grenzt sich damit von dem oft angespannten Verhältnis früherer konservativer Regierungen ab.

Das Erasmus-Programm wurde 1987 eingeführt und seither von mehr als 18 Millionen Teilnehmenden genutzt. Es unterstützt Studierende und Uni-Lehrpersonal auf dem Weg ins Ausland zu günstigeren Bedingungen und hilft auch, Praktika in Unternehmen zu finanzieren.

lhi/esk/Reuters/dpa