SpOn 25.11.2025
03:10 Uhr

Großbritannien: Nigel Farage reagiert auf die jüngsten Rassismusvorwürfe


»Hitler hatte recht«: Etwa 20 Menschen werfen dem britischen Rechtspopulisten Nigel Farage vor, sich zu Schulzeiten rassistisch und antisemitisch verhalten zu haben. Jetzt äußert er sich erstmals selbst zu den jüngsten Berichten.

Großbritannien: Nigel Farage reagiert auf die jüngsten Rassismusvorwürfe

In den vergangenen Tagen hatten Mitarbeiter des britischen Rechtspopulisten Nigel Farage, 61, die Vorwürfe noch vehement zurückgewiesen. Da hieß es zum Beispiel: »Jede Andeutung, dass Herr Farage jemals rassistisches oder antisemitisches Verhalten gezeigt, geduldet oder befürwortet habe, wird kategorisch zurückgewiesen.« Am Montag nun äußerte sich Farage erstmals selbst zu den Berichten – und klang dabei nicht ganz so vehement.

Hintergrund ist die aktuelle Berichterstattung des britischen »Guardian«. Demnach werfen etwa 20 Personen Farage vor, sich zu Schulzeiten rassistisch und antisemitisch geäußert zu haben. Der »Guardian« sprach eigenen Angaben zufolge mit ehemaligen Mitschülern Farages am Dulwich College, die behaupten, Opfer oder Zeugen wiederholter Vorfälle zutiefst beleidigenden Verhaltens gewesen zu sein.

Regisseur Peter Ettedgui gab beispielsweise an , Farage habe sich als 13- oder 14-Jähriger an ihn herangeschlichen und geknurrt: »Hitler hatte recht« oder »Vergast sie«. Dazu habe Farage ein langes Zischen hinzugefügt, um das Geräusch von Gaskammern zu imitieren. Ein anderer ehemaliger Mitschüler schilderte, dass er im Alter von etwa neun Jahren von dem damals 17-jährigen Farage aufgrund seines Aussehens schikaniert worden sei. Farage habe gezielt Schüler angesprochen, die »anders« aussahen und ihnen gesagt, sie sollten in ihre Heimat zurückkehren.

Dieses Audio ist derzeit nicht verfügbar.
Podcast Cover

In einem Interview am Montag sagte Farage nun, er habe »niemals direkt versucht, jemanden zu verletzen«. Außerdem betonte er wiederholt, dass die mutmaßlichen Vorfälle 49 Jahre her seien. »Ich war gerade erst Teenager geworden. Kann ich mich an alles erinnern, was in der Schule passiert ist? Nein, das kann ich nicht.«

Als er vom Interviewer wiederholt gefragt wurde, ob er jemanden rassistisch beleidigt habe, antwortete Farage: »Nein, nicht mit Absicht.«

Auf die Frage, ob er vielleicht Dinge zu Mitschülern gesagt habe, die er nicht als verletzend oder rassistisch gemeint habe, die aber von ihnen so aufgefasst worden seien, antwortete er: »Ich hoffe nicht.«

Und auf die Frage, ob er sich bei den Menschen entschuldigen würde, die behaupten, er habe sich ihnen gegenüber rassistisch verhalten, antwortete Farage: »Nein, das werde ich nicht, denn ich glaube nicht, dass ich etwas getan habe, das jemanden direkt verletzt hat.«

Vergangene Woche hatte Farage sich noch geweigert, auf die Vorwürfe zu reagieren. Premierminister Keir Starmer warf ihm daraufhin vor, kein Rückgrat zu haben.

Mehr zum Thema

Farage wurde vor allem als Brexit-Vorkämpfer bekannt. Seit dem EU-Austritt Großbritanniens stellte er fast vollständig auf Anti-Einwanderungs-Rhetorik um. Seine Partei Reform UK führt in Umfragen teils deutlich und hätte gute Chancen, die Regierung zu stellen, würde heute gewählt werden. Die nächste Parlamentswahl ist planmäßig allerdings erst 2029. Mehr über den »gefährlichsten Mann Großbritanniens« erfahren Sie hier .

aar