Zwischen der US-Regierung und Dänemark gibt es offenbar unterschiedliche Sichtweisen auf die Arbeitsgruppe infolge des inoffiziellen Grönlandgipfels: Man habe sich geeinigt, dass dort »technische Gespräche über den Kauf Grönlands« geführt werden sollen, sagte Trumps Regierungssprecherin Karoline Leavitt im Weißen Haus. Alle zwei bis drei Wochen wolle man sich treffen.
Anders sieht es der dänische Außenminister: Es werde sich um »eine sehr, sehr kurze Reihe von Treffen« handeln, sollten die USA andere Absichten haben als besprochen. Das sagte er dem dänischen Fernsehsender TV2 . Es gehe in der Arbeitsgruppe darum, ob man amerikanischen Sicherheitsinteressen in der Arktis besser gerecht werden könne.
US-Präsident Donald Trump hatte unmittelbar vor dem Treffen sein Interesse an Grönland erneut betont – und verwies auf die strategischen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten. Trump schloss bislang einen Einsatz des US-Militärs nicht aus, um Kontrolle über Grönland zu erlangen.
Mehrere Nato-Verbündete Dänemarks senden nun Soldaten für eine Erkundungsmission auf die Arktisinsel. Die Bundeswehr schickt 13 Soldaten, auch Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und Niederlande beteiligen sich. Ziel sei es, zu sondieren, wie andere europäische Nationen das Königreich bei der »Gewährleistung der Sicherheit in der Region« unterstützen können, hieß es aus dem Bundesverteidigungsministerium.
Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet Dänemarks. Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten, Kaja Kallas, sagte: Im Fall eines gewaltsamen Konflikts um Grönland müssten Deutschland und die anderen EU-Staaten auf Antrag Dänemarks wohl Beistand leisten. Es würde die Beistandsklausel in Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags greifen, sagte die Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Derzeit sei das jedoch kein Thema. Grundsätzlich gilt eine militärische Konfrontation als sehr unwahrscheinlich.
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Die US-Regierung zeigt sich von der Ankunft von Soldaten aus Nato-Staaten in Grönland unbeeindruckt. US-Regierungssprecherin Leavitt sagte im Weißen Haus: »Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben.«
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