US-Außenminister Marco Rubio will in der kommenden Woche mit Vertretern Dänemarks über die Zukunft Grönlands beraten. Ob damit ein möglicher Militäreinsatz der USA ausgeschlossen sei, wollte er vor Journalisten nicht beantworten. Ort und Zeitpunkt des Treffens stehen noch nicht fest.
Die Regierung Grönlands nimmt nach eigenen Angaben an den geplanten Gesprächen zwischen USA und Dänemark teil. »Natürlich werden wir daran teilnehmen. Wir sind diejenigen, die um ein Treffen gebeten haben«, sagte Vivian Motzfeldt, Außenministerin des dänischen Autonomiegebiets, gegenüber der dänischen Rundfunkanstalt DR. Sie hoffe, dass das Treffen zu einer »Normalisierung« der Beziehungen mit den USA führen werde. »Was die Sicherheit in der Arktis angeht, braucht Grönland die Vereinigten Staaten und die Vereinigten Staaten brauchen Grönland«, sagte Motzfeldt weiter.
US-Präsident Donald Trump hatte Grönland erneut als strategisch wichtig bezeichnet und mit einer möglichen Annexion gedroht. Das Weiße Haus schloss einen Militäreinsatz dabei ausdrücklich nicht aus. Grönland mit rund 57.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört zum Königreich Dänemark, ist aber politisch weitgehend autonom.
Kauf statt Militäreinsatz
Laut dem »Wall Street Journal« habe Rubio am Montagabend im Capitol einer ausgewählten Gruppe von US-Gesetzgebern erklärt, dass die Regierung beabsichtige, Grönland zu kaufen, anstatt militärische Gewalt anzuwenden.
Dänemark und Grönland hatten ein Gespräch mit Rubio verlangt, nachdem Washington zuletzt seinen Anspruch auf die arktische Insel betont hatte. Er habe es satt, dass die Kommunikation mit den USA über die Medien stattfinde, hatte der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen gesagt. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen warnte, ein Angriff auf Grönland könne die Nato spalten.
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat das von der US-Regierung angekündigte Gespräch begrüßt: »Das ist mit Sicherheit sinnvoll und unterstützenswert«, sagte Wadephul nach einem Treffen des Weimarer Dreiecks in Paris. Er mahnte dabei zugleich zur Einhaltung der Uno-Charta. Die Prinzipien der territorialen Integrität und der Unverletzlichkeit der Grenzen müssten respektiert werden, sagte der CDU-Politiker.
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Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot forderte die USA auf, »Einschüchterungsversuche« zu beenden. Grönland stehe nicht zum Verkauf, so Barrot: »Wir leben nicht mehr in einer Zeit, in der man Louisiana kaufen konnte.«
Vor Trump wollte bereits ein Politiker Grönland kaufen und gab ein Angebot über 100 Millionen Dollar ab. Warum sich der aktuelle US-Präsident für die Insel interessiert – und wieso sie zu Dänemark gehört, lesen Sie hier.
