SpOn 16.01.2026
18:44 Uhr

Grönland: US-Senatoren besuchen Dänemark – Bundeswehr trifft in Nuuk ein


Mehrere US-Politiker wenden sich mit einem Besuch in Kopenhagen demonstrativ gegen Trumps Grönland-Attacken. 15 Soldaten der Bundeswehr sind nach SPIEGEL-Informationen auf der Arktisinsel gelandet.

Grönland: US-Senatoren besuchen Dänemark – Bundeswehr trifft in Nuuk ein

Solidaritätsbekundung in Kopenhagen: Mehrere US-Senatoren haben die Grönlandpolitik von US-Präsident Donald Trump kritisiert – bei einem Besuch in Dänemark. »Grönland sollte als Verbündeter gesehen werden, nicht als Besitz«, sagte die republikanische US-Senatorin Lisa Murkowski bei einer Pressekonferenz im dänischen Parlamentsgebäude.

Murkowski sowie weitere Senatoren und Mitglieder des US-Repräsentantenhauses trafen zuvor Parlamentarier aus Dänemark und Grönland. Ein Treffen mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen war ebenfalls geplant.

Die Republikanerin Murkowski sitzt für den US-Staat Alaska im Senat und ist bekannt für ihre Kritik an US-Präsident Trump. Sie hatte einen Gesetzentwurf mit auf den Weg gebracht, der den US-Präsidenten bremsen soll: Es wäre der Trump-Regierung dann verboten, das Gebiet eines Nato-Staats ohne Zustimmung des Bündnispartners zu annektieren, zu besetzen oder anderweitig zu kontrollieren.

Mehr Bundeswehrsoldaten als geplant

Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet Dänemarks. Mehrere Nato-Verbündete senden nun Soldaten für eine Erkundungsmission auf die Arktisinsel.

15 Soldaten der Bundeswehr sind nun nach SPIEGEL-Informationen eingetroffen, ursprünglich war der Einsatz von 13 Soldaten geplant. Sie landeten in Nuuk mit einem von den Dänen gemieteten Charterjet. Auch Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande beteiligen sich an der Mission. Ziel sei es, zu sondieren, wie andere europäische Nationen das Königreich bei der »Gewährleistung der Sicherheit in der Region« unterstützen können, hieß es aus dem Bundesverteidigungsministerium.

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Trump hatte seinen Griff nach Grönland immer mit strategischen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten begründet. Er sprach von einer Bedrohung durch China und Russland. Chris Coons, demokratischer Senator aus Delaware und ebenfalls in Dänemark zu Gast, sagte nun: »Gibt es Bedrohungen für die Sicherheit Grönlands durch Russland und China? Nein, derzeit nicht.«

Der frühere Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg mahnt die Europäer, die Grönland-Drohungen aus dem Weißen Haus ernst zu nehmen. Gegenüber Putin setzt er auf Ausdauer. Lesen Sie hier das Interview Stoltenbergs mit dem SPIEGEL .

mgb/jml/dpa