SpOn 07.01.2026
01:51 Uhr

Grönland: Trump bekräftigt Ansprüche auf Grönland


Donald Trump will Grönland, unbedingt. Regierungssprecherin Karoline Leavitt erhöht nun den Druck. Außenminister Rubio indes favorisiert offenbar einen Kauf der Insel.

Grönland: Trump bekräftigt Ansprüche auf Grönland

Im Streit mit Dänemark über Grönland erhöht die US-Regierung unter Präsident Donald Trump den Druck und droht mit einem Militäreinsatz. »Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung«, teilte Regierungssprecherin Karoline Leavitt mit. Konkreter wurde sie nicht.

Trump habe deutlich gemacht, dass es »eine nationale Sicherheitspriorität der Vereinigten Staaten« sei, Grönland unter die Kontrolle der USA zu bringen, hieß es weiter von Leavitt. Die Kontrolle über Grönland sei entscheidend, »um unsere Gegner in der Arktis abzuschrecken«.

Vor Weihnachten hatte Trump bei den Grönland-Besitzansprüchen auch auf China und Russland verwiesen. Der US-Präsident hatte gesagt, wenn man sich Grönland entlang der Küste anschaue, sehe man überall russische und chinesische Schiffe. Es gehe nicht um Mineralien oder Öl, davon habe die USA selbst genug.

Rubio sieht Kauf Grönlands, nicht US-Militäreinsatz

Trump hatte bereits 2019 in seiner ersten Amtszeit einen Besitzanspruch auf Grönland geäußert. Die Dänen hatten zunächst an einen Scherz geglaubt. Seitdem hat der US-Präsident seine Ansprüche auf die Arktisinsel mehrfach erneuert und dabei auch militärische Gewalt nicht ausgeschlossen, um Grönland unter seine Kontrolle zu bringen.

Trump hatte in den vergangenen Tagen in Interviews bekräftigt, dass die USA Grönland für die nationale Sicherheit bräuchten. Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller bezeichnete den US-Anspruch sogar als »offizielle Position der US-Regierung». Beide Äußerungen folgten dem US-Militäreinsatz in Venezuela und der weltweiten Sorge, Trump würde seinen Blick nun auch auf weitere Regionen werfen.

Außenminister Marco Rubio hingegen habe in einer vertraulichen Sitzung mit US-Abgeordneten gesagt, dass die jüngsten Drohungen keine militärische Invasion signalisieren sollten. Das Ziel sei ein Kauf, berichtete  das »Wall Street Journal« unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Das berichtete  auch die »New York Times« und schrieb zudem unter Berufung auf Beamte, dass Präsident Donald Trump seine Mitarbeiter um die Vorlage eines aktualisierten Plans für einen Erwerb der Insel gebeten habe. Trump hatte einen solchen Plan bereits während seiner ersten Amtszeit ins Spiel gebracht.

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Grönland war bis 1953 eine Kolonie Dänemarks, hat aber seit 1979 immer größere Selbstverwaltungsrechte erhalten und ist inzwischen weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet weiter Dänemark – durch die Anbindung an das Königreich ist Grönland auch Teil der Nato. Ein großer Teil der rund 57.000 Grönländer wünscht sich die vollständige Unabhängigkeit von Dänemark.

jon/dpa