SpOn 18.01.2026
19:16 Uhr

Grönland: Italien will im Streit zwischen den USA und Europa vermitteln


Giorgia Meloni bezeichnete die neuesten Zolldrohungen des US-Präsidenten als Fehler. Nun will Italiens Ministerpräsidentin als Vermittlerin auftreten. Ihr Draht zu Trump gilt als gut.

Grönland: Italien will im Streit zwischen den USA und Europa vermitteln

Der Konflikt um Grönland spitzt sich zu. US-Präsident Donald Trump will die Arktisinsel kaufen und droht mehreren europäischen Ländern – darunter Deutschland – mit zusätzlichen Zöllen , sollten sie weiter gegen seine Annexionspläne Widerstand leisten. Gemeinsam erklärten diese daraufhin: »Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation« (lesen Sie hier mehr).

Im Streit um Grönlands Zukunft bietet sich nun Italien als Vermittler an. Außenminister Antonio Tajani sagte: »Ich glaube, dass Italien aufgrund seiner Natur, seiner Vermittlungsfähigkeit und seiner Fähigkeit, mit allen zu sprechen, eine positive Rolle dabei spielen kann, Vereinbarungen zu finden.« Ministerpräsidentin Giorgia Meloni stehe dazu »im Dialog mit den Vereinigten Staaten, aber auch mit den Europäern«.

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Die rechte Regierungschefin selbst hatte nach den Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Deutschland und andere europäische Länder zuvor schon vor einer Eskalation gewarnt. Sie bezeichnete die neuesten Zolldrohungen des US-Präsidenten für den Fall, dass Grönland nicht an die USA verkauft werde, als Fehler. Offensichtlich gebe es aber zwischen beiden Seiten ein Kommunikationsproblem, sagte die rechte Regierungschefin bei einem Besuch in Südkoreas Hauptstadt Seoul. Jetzt sei es notwendig, »den Dialog wieder aufzunehmen und eine Eskalation zu vermeiden«.

Guter Zugang zu Trump

Außenminister Tajani ergänzte dazu: »Es besteht absolut kein Bedarf an Handelskriegen oder Konflikten. Wir brauchen den Dialog und müssen Lösungen finden, die niemanden benachteiligen.«

Das Nato-Gründungsmitglied Italien hatte keine Soldaten zur Erkundungsmission acht anderer europäischer Staaten unter dänischer Führung auf Grönland entsendet. Meloni sagte aber, die Entsendung sei nicht gegen die USA gerichtet. Dies dürfe nicht als »antiamerikanisch« interpretiert werden. Die Ministerpräsidentin berichtete, dass sie deshalb selbst mit Trump telefoniert habe. »Ich glaube, dass es in dieser Phase sehr wichtig ist, miteinander zu sprechen.«

Meloni gilt im Kreis der europäischen Regierungschefs als eine derjenigen Politiker, die guten Zugang zu Trump haben.

jus/dpa