SpOn 19.01.2026
14:38 Uhr

Grönland: Friedrich Merz will noch diese Woche mit Donald Trump über Zölle sprechen


Die Europäische Union weist die US-Zolldrohung wegen Grönland zurück. Kanzler Merz will in einem persönlichen Gespräch mit Präsident Trump eine Lösung finden. Motto: »Jede Eskalation vermeiden.«

Grönland: Friedrich Merz will noch diese Woche mit Donald Trump über Zölle sprechen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat nach den Zollandrohungen von Donald Trump betont, mit dem US-Präsidenten eine Lösung finden zu wollen. »Wir werden auch in Davos die Möglichkeit haben, darüber zu sprechen. Ich werde versuchen, Präsident Trump am Mittwoch zu treffen«, sagte Merz bei einer Pressekonferenz nach einer Bundesvorstandssitzung der CDU. Ob das Treffen zustande komme, hänge von der Terminplanung des US-Präsidenten und des Kanzlers ab.

Merz betonte mehrfach die Bereitschaft zu einer einvernehmlichen Lösung: »Wir sind uns einig, dass wir möglichst jede Eskalation in diesem Streit vermeiden wollen«, sagte der Kanzler.

Außerdem stellte der CDU-Parteichef klar, dass die europäische Seite auf die Zollankündigungen besonnen reagieren werde. Man stehe im engen Austausch mit den europäischen Partnern und dem US-Präsidenten.

Merz: »Wir können die europäischen Interessen schützen«

US-Präsident Donald Trump hatte seinen Besitzanspruch auf Grönland erneut bekräftigt. Er schließt auch einen Einsatz des Militärs nicht aus. Europäische Staaten weisen eine Übernahme der Insel durch die USA zurück und unterstreichen die Souveränität des Landes. Als Reaktion will Trump ab Februar hohe Strafzölle gegen europäische Länder einführen, die sich mit Grönland solidarisieren.

Bei möglichen Vergeltungsmaßnahmen wie Gegenzöllen der Europäischen Union setzt der Kanzler auf die eigene Handlungsfähigkeit: »Die amerikanische Regierung weiß, dass wir von unserer Seite aus reagieren könnten. Ich will es nicht, aber wir können die europäischen und auch die deutschen Interessen schützen.«

Kanzler betont Souveränität Grönlands

Laut Merz würden die neuen Zollpläne der USA die Beziehungen belasten. »Weitere Zollandrohungen werden das transatlantische Verhältnis nicht stärken, sondern schwächen«, sagte er. Auch wirtschaftliche Schäden seien zu erwarten: Zölle würden in der Regel von denen bezahlt, in deren Land die Importe gingen. »In diesem Falle würden die amerikanischen Konsumenten die Zölle bezahlen, aber sie würden natürlich auch unserer Wirtschaft, der Wirtschaft der Europäer und insbesondere der deutschen Wirtschaft, schaden und deswegen wollen wir hier eine Lösung finden«, sagte Merz.

Mit Bezug auf Trumps Machtanspruch auf Grönland unterstrich der Bundeskanzler die Prinzipien der Souveränität und territorialen Integrität. »Dänemark und die Bevölkerung Grönlands können auf unsere Unterstützung zählen«, sagte Merz.

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Die Europäische Union kündigte am Sonntag an, Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA zu prüfen. Konkret geht es um Strafzölle in Höhe von 93 Milliarden Euro oder Einschränkungen für US-amerikanische Unternehmen auf dem europäischen Markt. Ratspräsident António Costa lud die Staats- und Regierungschefs zu einem Sondergipfel ein. Dieser soll voraussichtlich am Donnerstag stattfinden.

Wie das höchste Gericht der USA Trumps aggressives Vorgehen gegen Grönland kippen könnte, erfahren Sie hier .

tin/dpa