Friedrich Merz, Bundeskanzler:
»Wir sprechen in der Tat innerhalb der Nato über Grönland. Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muss. (...) Wir sprechen mit der dänischen Regierung sehr ausführlich, und wir wollen einfach die Sicherheitslage für Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen.«
Während sein Vizekanzler und sein Außenminister auf dem Weg in die USA sind, um mit der Trump-Regierung zu sprechen, meldet sich der Bundeskanzler aus der Ferne zur Grönland-Thematik zu Wort – bemüht diplomatisch.
Denn Donald Trump und seine Untergebenen machen kein Geheimnis daraus, dass sie Grönland gerne unter amerikanischer Flagge sehen wollen. Laut Trump, weil die Bedrohung durch Russland und China so groß sei:
Donald Trump, US-Präsident:
»Wir sprechen hier vom Erwerb, nicht vom Leasing, nicht von einer kurzfristigen Nutzung. Wir sprechen vom Erwerb. Und wenn wir es nicht tun, werden es Russland oder China tun. Und das wird nicht passieren, solange ich Präsident bin.«
Anders als die USA haben Russland und China öffentlich bisher keine Ansprüche auf Grönland geäußert, jedoch in den vergangenen Jahren ihre Militärpräsenz in der Region verstärkt. Dabei geht es unter anderem um die Kontrolle von Seerouten, die durch den Klimawandel deutlich wichtiger werden.
Ein anderer zentraler Grund für die amerikanischen »Sicherheitsbedenken«: Grönland hat sehr viele Rohstoffe, wie Seltene Erden oder auch Öl und Gas. Offiziell gehört die Insel mit ihren 57.000 Einwohnern zum Königreich Dänemark, auch wenn viele grönländische Parteien die Unabhängigkeit anstreben.
Aaja Chemnitz, grönländische Politikerin:
»Grönland stand nie zum Verkauf und wird auch niemals zum Verkauf stehen. Und ich denke, es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass man natürlich kein ganzes Land kaufen kann, aber auch keine Bevölkerung. Und wir müssen auch darauf achten, dass wir nicht entmenschlicht werden, was meiner Meinung nach in dieser ganzen Situation der Fall war.«
Seit Trump völkerrechtswidrig den venezolanischen Machthaber Maduro entführen ließ, ist die internationale Sorge vor einer Übernahme Grönlands durch die USA gewachsen.
Vergangene Woche veröffentlichten daher mehrere EU-Regierungschefs ein gemeinsames Statement. Die Botschaft: Grönland gehört zuallererst den Grönlandern.
Die dänische Ministerpräsidentin fasste außerdem drastisch zusammen, was auf dem Spiel stehen könnte:
Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin Dänemark:
»Ich möchte klarstellen, dass, wenn die Vereinigten Staaten beschließen, ein anderes Nato-Land militärisch anzugreifen, alles vorbei ist. Das gilt auch für unsere Nato und damit für die Sicherheit, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewährleistet ist.«
