Sieben europäische Länder haben sich mit der Arktisinsel Grönland solidarisiert. »Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über Angelegenheiten zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen«, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark. US-Präsident Donald Trump hatte kurz vor Weihnachten Besitzansprüche auf Grönland erhoben und sie in den vergangenen Tagen bekräftigt.
Die Unterzeichner, neben Bundeskanzler Friedrich Merz unter anderem auch der britische Premierminister Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron und die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen, betonten die große Bedeutung der in der Uno-Charta festgehaltenen Prinzipien der Souveränität, territorialen Integrität und Unverletzlichkeit der Grenzen.
»Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit«, hatte Trump gesagt. »Wir müssen es haben.« Trump verwies dabei auf russische und chinesische Schiffe entlang der Küste Grönlands.
Kurz zuvor hatte der US-Präsident den Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, zu seinem Sondergesandten für Grönland ernannt. Dieser solle die Sache vorantreiben, sagte Trump. Landry erklärte auf der Plattform X, es sei ihm eine Ehre, in dieser ehrenamtlichen Position daran mitzuwirken, Grönland zu einem Teil der USA zu machen. In Dänemark und Grönland löst das Vorgehen scharfe Kritik aus.
Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen und der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen reagierten mit einer gemeinsamen Stellungnahme: »Man kann nicht einfach ein anderes Land annektieren«, hieß es darin. »Grönland gehört den Grönländern.«
Strategisch wichtiger Standort und Bodenschätze
Das in der Arktis gelegene Grönland ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner. Die Insel ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark.
Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar immer wieder mit Hinweis auf die nationale Sicherheit umstrittene Besitzansprüche auf Grönland angemeldet . Die strategische Lage der Insel macht sie zu einem wichtigen Standort für das US-Raketenabwehrsystem. Zudem dürfte der Reichtum an Bodenschätzen das Interesse der USA wecken, da sie anstreben, ihre Abhängigkeit von chinesischen Exporten zu verringern.
