SpOn 04.01.2026
11:08 Uhr

Grönland: Ehefrau von Donald Trumps Stabschef postet Flagge in US-Farben


Der US-Coup in Caracas schürt die Angst, in der Weltpolitik gelte nun unverblümt das Recht des Stärkeren. Ein Post aus Trumps engerem Zirkel verstärkt die Sorge um Grönland.

Grönland: Ehefrau von Donald Trumps Stabschef postet Flagge in US-Farben

Was sagt der US-Coup in Venezuela über die Machtverhältnisse auf der Welt? Gilt jetzt ganz unverblümt ein brachiales Recht des Stärkeren?

Im Netz sorgt ein Bild für Aufruhr, das von Katie Miller gepostet wurde. Sie ist die Frau von Stephen Miller, stellvertretender Stabschef im Weißen Haus und einer der wichtigsten politischen Berater Donald Trumps. Es zeigt die Umrisse Grönlands in den Farben der US-Flagge. Über dem Bild steht in Großbuchstaben geschrieben »SOON« (zu Deutsch: bald).

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Trump über Grönland: »Wir müssen es haben«

Homeland Security Adviser Stephen Miller dürfte eine treibende Kraft hinter den Grönlandfantasien Trumps sein. Noch kurz vor Weihnachten hatte der US-Präsident den dringenden Anspruch der USA auf die zu Dänemark gehörende Insel wiederholt. »Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit, nicht für Mineralien«, sagte er bei einer Pressekonferenz in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. Zuvor hatte Trump mit der Ernennung eines Sondergesandten für Grönland auf der Insel selbst, in Kopenhagen und in der EU für Empörung gesorgt.

In diesem Zusammenhang hatte der US-Präsident auf die angebliche Präsenz Moskaus und Pekings rund um die geostrategisch günstig gelegene Insel verwiesen. »Wenn man sich Grönland ansieht, die Küste rauf- und runterblickt, gibt es russische und chinesische Schiffe überall«, sagte Trump und wiederholte: »Wir brauchen es für die nationale Sicherheit. Wir müssen es haben.«

Grönland und Dänemark lehnen eine Annexion entschieden ab. Auf der größten Insel der Welt leben rund 57.000 Menschen. Im Boden lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Seit 1979 ist Grönland in vielen Bereichen autonom, Dänemark entscheidet jedoch weiterhin etwa über die Außen- und Verteidigungspolitik.

Die Journalistin Annika Brockschmidt griff den Post auf und schreibt dazu: »Warum sollte Trump nach Venezuela aufhören? Dort drängen sie geradezu auf territoriale Expansion.« Brockschmidt ist Historikerin und Autorin des Buches »Amerikas Gotteskrieger«. Mit dem SPIEGEL sprach sie unter anderem darüber, ob Trumps Republikaner rechtsextrem sind. Hier geht es zum Podcast.

bam