SpOn 18.05.2026
13:28 Uhr

Grönland: Donald Trump schickt Sondergesandten nach Grönland – um »Freunde zu finden«


Trumps US-Sondergesandter Jeff Landry gibt sich beim Besuch in Grönland als freundlicher Brückenbauer: Er wolle »zuhören und lernen«. Nicht alle kaufen ihm das ab.

Grönland: Donald Trump schickt Sondergesandten nach Grönland – um »Freunde zu finden«

Der US-Sondergesandte Jeff Landry hat versucht, den Streit über Besitzansprüche der USA auf Grönland zu beschwichtigen. »Ich bin nur hier, um Beziehungen aufzubauen, zuzuhören, zu lernen und zu sehen, ob es Möglichkeiten gibt, die Beziehungen zwischen den USA, Grönland und Dänemark auszubauen«, sagte Landry bei seinem ersten Besuch auf der Arktisinsel.

US-Präsident Donald Trump hatte seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus immer wieder angekündigt, Grönland übernehmen zu wollen. Grönland gehört zum Nato- und EU-Mitgliedstaat Dänemark, Trump stürzte die Nato damit in eine tiefe Krise. Seine Gewaltdrohungen nahm der US-Präsident nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte zurück. Stattdessen setzten die USA, Dänemark und Grönland eine gemeinsame Arbeitsgruppe ein.

Landry will am Dienstag und Mittwoch an einem Wirtschaftsforum in Nuuk teilnehmen. Die von einem Arbeitgeberverband organisierte Veranstaltung hat zum Ziel, die Investitionen in Grönland zu fördern.

Sondergesandter mit Botschaft von Trump

Seinen ersten Eindruck von der Insel schilderte er dem dänischen Fernsehsender DR nach Ankunft in der Hauptstadt Nuuk: »Ich liebe es – es ist großartig.« Er vermittelte eine Botschaft von Trump: »Er hat zu mir gesagt: ›Reise dorthin und finde so viele Freunde, wie du nur kannst.‹«

Der dänische Grönland-Experte Ulrik Pram Gad glaubt jedoch nicht, dass das den Konflikt entspannt. »Das Problem ist, dass es sich wie Druck anfühlt, auch wenn sie nette und freundliche Dinge sagen, weil Trumps Agenda damit nicht vom Tisch ist«, sagte er im Gespräch mit DR. Das Image der freundlichen Nachbarn USA habe der Präsident selbst zerstört.

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Der US-Botschafter in Dänemark, Kenneth Howery, wird am Montag ebenfalls auf Grönland erwartet. Geplant seien Gespräche von Landry und Howery mit zahlreichen Grönländern, teilte die US-Botschaft in Kopenhagen mit. Bei den Treffen solle es darum gehen, »wirtschaftliche Möglichkeiten zu erweitern, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und das Verständnis zwischen den Vereinigten Staaten und Grönland zu vertiefen«.

In Gesprächen über die Zukunft Grönlands ist nach Angaben des grönländischen Regierungschefs Jens-Frederik Nielsen noch keine Einigung mit den USA erzielt worden. »Wir befinden uns in Verhandlungen, aber es gibt noch keine Übereinkunft«, sagte Nielsen vergangene Woche.

Zuletzt hatten Medien berichtet, Trump strebe die Schaffung drei weiterer US-Militärstützpunkte auf Grönland an. Regierungschef Nielsen sagte, die USA könnten bereits auf Grundlage bestehender Verteidigungsabkommen weitere Basen eröffnen. »Ich kann nichts Konkretes aus den Verhandlungen sagen, aber wir sind bereit, mehr zu tun und mehr Verantwortung zu übernehmen«, sagte Nielsen und ergänzte: »Wir fordern nur Respekt.«

ast/dpa/AFP