SpOn 22.02.2026
14:26 Uhr

Grönland: Dänemark lehnt Trumps Lazarettschiff für Grönland ab


US-Präsident Trump will ein US-Lazarettschiff nach Grönland schicken. Die Bevölkerung werde medizinisch nicht ausreichend versorgt, behauptete er. Die dänische Regierung weist das zurück. Und Grönlands Premier sagt: »Nein, danke«.

Grönland: Dänemark lehnt Trumps Lazarettschiff für Grönland ab

Die dänische Regierung weist Trumps Behauptung zurück, die Bewohner Grönlands würden medizinisch nicht ausreichend versorgt. Die autonome dänische Insel benötige keine medizinische Hilfe aus anderen Ländern, sagte Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen am Sonntag dem dänischen Rundfunksender DR.

»Die grönländische Bevölkerung erhält die Gesundheitsversorgung, die sie benötigt«, so Poulsen. Behandlungen fänden entweder in Grönland statt oder in schwierigeren Fällen in Dänemark. Es gebe daher »keinen Bedarf für eine besondere Gesundheitsinitiative in Grönland«.

Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen kommentierte Trumps Vorstoß auf Facebook mit den Worten : »Nein, danke«. Er habe »die Idee zur Kenntnis genommen«. »Aber wir haben ein öffentliches Gesundheitssystem, in dem die Behandlung für die Bürger kostenlos ist. Das ist eine bewusste Entscheidung«, schrieb er weiter. Grönland sei weiterhin offen für Dialog und Zusammenarbeit, auch mit den USA: »Aber sprechen Sie mit uns, anstatt mehr oder weniger zufällige Äußerungen in den sozialen Medien zu machen.«

Trump hatte am Samstag auf seiner Plattform Truth Social erklärt, die USA würden »ein großartiges Lazarettschiff« nach Grönland schicken, um »vielen Menschen« zu helfen, die dort »nicht versorgt« würden. »Es ist unterwegs!!!«, schrieb er.

»Das ist offensichtlich ein Ausdruck der neuen Normalität, die in der internationalen Politik Einzug hält.«

Dänemarks Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen

Poulsen sagte, ihm sei eine mögliche Ankunft eines Lazarettschiffs nicht bekannt. »Trump twittert ständig über Grönland«, sagte er. »Das ist offensichtlich ein Ausdruck der neuen Normalität, die in der internationalen Politik Einzug hält.«

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen schrieb auf Facebook, sie sei froh, in einem Land zu leben, in dem es freien und gleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung gebe – und in dem »nicht die Versicherung oder der Reichtum darüber entscheiden, ob man eine angemessene Behandlung erhält«. Ihr Beitrag endet mit den Worten: »In Grönland verfolgt man denselben Ansatz«, gefolgt von einem errötenden, lächelnden Emoji.

Medizinischer Notfall auf U-Boot der USA

In Grönland ist der Zugang zur Gesundheitsversorgung – wie in Dänemark, aber anders als in den USA – kostenlos. Anfang Februar hatten die Regierungen in Nuuk und Kopenhagen eine Vereinbarung über eine verbesserte Versorgung grönländischer Patienten in dänischen Kliniken unterzeichnet. Grönland selbst verfügt über fünf Krankenhäuser.

In eines davon wurde gerade ein Besatzungsmitglied eines US-amerikanischen U-Boots per Hubschrauber eingeliefert. Die Person sei von der dänischen Armee wegen eines medizinischen Notfalls evakuiert worden, erklärte das Arktis-Kommando der dänischen Armee am Samstag.

Grönland steht seit Längerem im Fokus der US-Regierung: Trump hatte mehrfach betont, die USA müssten die Kontrolle über Grönland aus Sicherheitsgründen übernehmen, und dabei auch erklärt, die Insel erwerben zu wollen. Drohungen einer gewaltsamen Übernahme nahm er im vergangenen Monat nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte zurück. Stattdessen wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

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vet/AFP