Als Reaktion auf die Ernennung eines US-Sondergesandten für Grönland wird Dänemarks Regierung den US-Botschafter einbestellen. Das kündigte der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen im Fernsehsender TV2 an. Rasmussen sagte, er sei »sehr erzürnt«. Der US-Botschafter in Kopenhagen werde in den kommenden Tagen in das dänische Außenministerium einbestellt werden, um von ihm eine »Erklärung« für die Ernennung zu erhalten.
Zuvor hatte Trump den Gouverneur des US-Bundesstaats Louisiana, Jeff Landry, zum Sondergesandten für die offiziell zu Dänemark gehörende Insel ernannt. Der republikanische Gouverneur hatte in einem Post auf X erklärt, es sei eine Ehre, dazu beitragen zu dürfen, »Grönland zu einem Teil der USA zu machen«. Landrys Aussage bezeichnete Rasmussen als »völlig inakzeptabel«.
Thank you @realDonaldTrump! It’s an honor to serve you in this volunteer position to make Greenland a part of the U.S. This in no way affects my position as Governor of Louisiana!
— Governor Jeff Landry (@LAGovJeffLandry) December 22, 2025
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Der Streit um Grönland war, kurz nachdem Trump seine zweite Amtszeit im Januar angetreten hatte, neu ausgebrochen. US-Vizepräsident JD Vance besuchte Ende März den US-Militärstützpunkt Pituffik im Nordwesten Grönlands, was weithin als Provokation gewertet wurde. Ende August berichtete der dänische Fernsehsender DR, dass mindestens drei Trump nahestehende Mitarbeiter der US-Regierung versucht hätten, in Grönland Einfluss zu nehmen. Daraufhin bestellte Dänemark damals den Geschäftsträger der US-Botschaft ein.
Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit Interesse an Grönland bekundet. Der Republikaner führt dabei Gründe der nationalen und »internationalen Sicherheit« an. Grönland und Dänemark lehnen eine Annexion entschieden ab. Auf der größten Insel der Welt leben rund 57.000 Menschen. Im Boden lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Seit 1979 ist Grönland in vielen Bereichen autonom, Dänemark entscheidet jedoch weiterhin etwa über die Außen- und Verteidigungspolitik.
