SpOn 18.01.2026
02:43 Uhr

Grönländ: Ministerin Naaja Nathanielsen lobt europäische Länder für Reaktionen auf Trump


Der Kontinent steht zu Grönland: Das ist die Botschaft europäischer Länder nach der US-Drohung, im Streit um die Insel auf Strafzölle zu setzen. Sie sei »dankbar und hoffnungsvoll«, erklärte nun die grönländische Ministerin Naaja Nathanielsen.

Grönländ: Ministerin Naaja Nathanielsen lobt europäische Länder für Reaktionen auf Trump

Naaja Nathanielsen ist eine der bekanntesten Ministerinnen im grönländischen Kabinett. Jetzt hat sich die Ministerin für Handel und Rohstoffe über die Reaktion der betroffenen europäischen Länder auf die Strafzoll-Drohung von US-Präsident Donald Trump geäußert. »Ich bin erstaunt über die ersten Reaktionen der anvisierten Länder«, erklärte sie im Onlinedienst Linkedin. »Ich bin dankbar und hoffnungsvoll, dass Diplomatie und Partnerschaft obsiegen werden.«

Trump hatte am Samstag wegen des Streits um Grönland Strafzölle gegen Deutschland und sieben andere europäische Länder angekündigt. Solange die USA die zu Dänemark gehörende Insel nicht kaufen könnten, sollten Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland ab dem 1. Februar zusätzliche Zölle von zehn Prozent auf alle Einfuhren in die USA zahlen, erklärte Trump. Ab dem 1. Juni würden diese Zölle auf 25 Prozent erhöht.

Betroffene Länder wie Großbritannien und Schweden kritisierten Trumps Ankündigung. In Berlin erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius, die Bundesregierung habe Trumps Ankündigung »zur Kenntnis genommen«. Sie befinde sich nun »in engster Abstimmung mit den europäischen Partnern«. »Gemeinsam werden wir zur gegebenen Zeit über geeignete Reaktionen entscheiden«, fügte Kornelius hinzu.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron nannte Trumps Zusatzzölle wegen Grönland »inakzeptabel«. Sollte die Ankündigung bestätigt werden, würden die Europäer darauf »geeint und koordiniert reagieren«, erklärte Macron am Samstag im Onlinedienst X und fügte hinzu: »Wir werden den Respekt der europäischen Souveränität durchzusetzen wissen.«

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»Keinerlei Einschüchterung oder Drohung wird uns beeinflussen, weder in der Ukraine noch in Grönland noch sonstwo in der Welt«, versicherte der französische Präsident. Aus seinem Umfeld verlautete, Macron werde sich in den »kommenden Stunden« mit den europäischen Partnern austauschen, insbesondere mit denen, die Trump ebenfalls mit Zusatzzöllen belegen will. Die EU verfüge über »robuste Instrumente, um auf diese Praktiken zu reagieren und ihre Unternehmen zu schützen« (lesen Sie hier, wie Brüssel reagieren könnte ).

Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark. Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Meist war von einem Kauf der Arktis-Insel die Rede, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus. Da Dänemark wie die USA der Nato angehört, droht der Konflikt um Grönland auch die Nato zu spalten.

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Vor dem Hintergrund von Trumps Drohungen hatte am Donnerstag in Grönland eine Erkundungsmission mehrerer Nato-Länder begonnen. Auch die Bundeswehr ist mit gut einem Dutzend Soldaten an »Arctic Endurance« beteiligt. Mehrere Experten werteten die Erkundungsmission als »strategisches Signal« an die USA.

hen/AFP