Der Boom von Edelmetallen hält an: Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) stieg am Morgen an der Metallbörse in London bis auf 5.595 Dollar. Das sind etwa drei Prozent mehr als am Vortag und so viel wie noch nie. Seit dem Jahreswechsel ist Gold bereits um rund 30 Prozent teurer geworden, nachdem der Preis im vergangenen Jahr um 65 Prozent gestiegen war. Erst in der Nacht hatte der Goldpreis erstmals die Marke von 5.500 Dollar geknackt.
Der Preis für eine Feinunze Silber kletterte in der Nacht um bis zu 2,3 Prozent auf 119,41 Dollar. Zuletzt lag Silber noch etwas mehr als ein Prozent im Plus und kostete rund 118 Dollar.
Silber war in den vergangenen Wochen und Monaten noch stärker gefragt gewesen als Gold. So verteuerte es sich im bisherigen Jahresverlauf um rund 65 Prozent. 2025 war der Preis für Silber um knapp 150 Prozent gestiegen.
Edelmetalle gelten bei vielen Investoren als »sichere Häfen« in Krisenzeiten. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.
Auch über den Verlauf des vergangenen Jahres war die weltweite Nachfrage nach Gold so stark wie noch nie. Sie habe mit 5.002 Tonnen einen Höchststand erreicht, teilte der Branchenverband World Gold Council (WGC) in London mit. Vor allem Ende 2025 hätten wachsende Unsicherheiten in der Weltwirtschaft die Flucht in den »sicheren Anlagehafen Gold« angetrieben. Das Volumen der Investitionen in das Edelmetall bezifferte der Verband auf insgesamt 555 Milliarden US-Dollar (463 Milliraden Euro).
Gold-ETFs sind weltweit gefragt
Besonders gefragt waren nach Angaben der WGC-Experten Wertpapiere, die mit physischem Gold hinterlegt sind. »Rund um den Globus griffen Anleger auf der Suche nach einem sicheren Hafen und Diversifizierung zu Gold-ETFs und stockten ihre Bestände im Jahresverlauf um 801 Tonnen auf.«
Investoren kauften verstärkt physisches Gold. Der Verband bezifferte die weltweite Nachfrage nach Barren und Münzen auf 1374 Tonnen beziehungsweise 154 Milliarden Dollar. Die stärksten Zuwächse bei der Nachfrage gab es demnach in China und Indien: Beide Länder machten demnach mehr als 50 Prozent des Anstiegs in dieser Kategorie aus.
Wichtige Treiber der Nachfrage bleiben zudem Zentralbanken, die ihre Reserven unabhängiger vom US-Dollar machen wollen und daher verstärkt in Gold umschichten. Der Branchenverband geht davon aus, dass die Zentralbanken die Goldreserven um 863 Tonnen aufgestockt haben. Dagegen habe sich die Nachfrage nach Goldschmuck wegen des hohen Goldpreises im vergangenen Jahr deutlich abgeschwächt.
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