SpOn 17.02.2026
03:54 Uhr

Gianni Infantino: Fifa-Präsident ist jetzt offiziell auch Libanese


Er wurde als Sohn italienischer Einwanderer in der Schweiz geboren. Nun ist Gianni Infantino nach Beirut gereist, um seinen neuen libanesischen Pass abzuholen. Möglich war das nur durch eine Ausnahmeregelung.

Gianni Infantino: Fifa-Präsident ist jetzt offiziell auch Libanese

Fifa-Präsident Gianni Infantino, 55, ist dank einer für ihn angewendeten Ausnahmeregel nun offiziell auch Staatsbürger des Libanon. »Es war mir eine Ehre, in Beirut zu sein, um meinen libanesischen Pass vom Ministerium für Inneres und Stadtverwaltungen entgegenzunehmen«, schrieb der Schweizer Fußballfunktionär auf seinem Instagram-Account. Betitelt war sein Post  mit der Überschrift: »STOLZ, LIBANESE ZU SEIN – OFFIZIELL!«

Dazu veröffentlichte Infantino einen Videoclip, in dem er auf Englisch seine Liebe zu dem arabischen Mittelmeerstaat erklärt, sich Fingerabdrücke für den Pass nehmen lässt und diesen dann strahlend vorzeigt. Zu dem Beitrag heißt es: »Ich liebe den Libanon und fühle mich in diesem wunderschönen Land zu Hause!«

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Infantino wurde als Sohn italienischer Einwanderer in der Schweiz geboren und ist mit einer Libanesin verheiratet. Der Präsident des libanesischen Fußballverbands, Haschem Haida, hatte ihm bereits vor Monaten zur Verleihung der Staatsbürgerschaft durch Staatspräsident Joseph Aoun gratuliert. Aoun hatte Infantino aufgefordert, die notwendigen Schritte für eine Einbürgerung zu vollziehen.

Bekommt der Libanon ein modernes Fußballstadion?

Normalerweise können libanesische Frauen nach libanesischem Recht ihre Staatsbürgerschaft nicht an ihre ausländischen Ehemänner und Kinder weitergeben. Aber Aoun machte für Infantino eine Ausnahme und gewährte ihm und seinen Familienmitgliedern die Staatsbürgerschaft. Libanesische Männer, die mit ausländischen Frauen verheiratet sind, geben ihre Staatsangehörigkeit automatisch an ihre Kinder weiter, während ihre Ehefrauen erst nach einer bestimmten Zeit der Ehe Anspruch auf die Staatsbürgerschaft haben.

Im November hatte Infantino auf die Frage, wie die Fifa dem von Krieg und Krisen gebeutelten Land helfen könne, geantwortet, man prüfe den Bau eines modernen Fußballstadions für 20.000 oder 30.000 Zuschauer, in dem die Nationalmannschaft Länderspiele austragen könne. Die Menschen im Libanon verdienten das.

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Infantino hatte zuletzt mehrfach für negative Schlagzeilen gesorgt. Anfang Dezember verlieh er US-Präsident Donald Trump den frisch erfundenen »Fifa Peace Prize« – die Fifa setzte damit ihr Siegel auf eine Politik, die das Gegenteil von Frieden ist (mehr dazu hier ). Anfang Februar sprach sich Infantino dann für die Rückkehr russischer Teams in internationale Wettbewerbe aus. Der ukrainische Außenminister kritisierte ihn daraufhin als »moralisch degeneriert«.

aar/dpa