SpOn 21.11.2025
08:50 Uhr

Gewalt gegen Frauen: Bundesjustizministerin Hubig kündigt Reformen an


»Wir müssen mehr tun, um Frauen zu schützen«, sagt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig und avisiert weitere Maßnahmen. Im vergangenen Jahr seien die Fälle häuslicher Gewalt stark angestiegen.

Gewalt gegen Frauen: Bundesjustizministerin Hubig kündigt Reformen an

Nach der vom Kabinett beschlossenen Einführung der elektronischen Fußfessel plant Bundesjustizministerin Stefanie Hubig weitere Reformen, um Frauen besser vor Gewalt durch Partner, Ex-Partner und Fremde zu schützen. »Die Zahlen des Bundeskriminalamts zeigen eine sehr bittere Wahrheit über unser Land: Die Fälle häuslicher Gewalt nehmen zu«, sagte die SPD-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa.

Im vergangenen Jahr sei ein erheblicher Anstieg festgestellt worden. »Im Fünfjahresvergleich sehen wir einen steilen Anstieg um rund 18 Prozent«, fügte sie hinzu. Die überwiegende Zahl der Betroffenen häuslicher Gewalt seien Frauen.

Laut BKA so viele Frauen wie noch nie betroffen

Das Bundeskriminalamt (BKA) stellt an diesem Freitag in Berlin die Bundeslagebilder »Häusliche Gewalt 2024« und »Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2024« bei einer Pressekonferenz in Berlin vor.

Zu häuslicher Gewalt hatte das BKA bereits im August aktuellere Zahlen für 2024 veröffentlicht. Demnach gab es mehr als 187.000 weibliche Opfer häuslicher Gewalt, die der Polizei bekannt wurden. Insgesamt waren 266.000 Menschen davon betroffen, so viele wie noch nie.

»Wir müssen mehr tun, um Frauen zu schützen – häusliche Gewalt ist kein Schicksal«, betonte Hubig. Die am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossene Einführung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung (Fußfessel) für Gewalttäter werde deshalb nur eine von vielen Maßnahmen sein. Geplant seien außerdem Verschärfungen des Strafrechts, etwa bei Vergewaltigungen unter Einsatz sogenannter K.-o.-Tropfen. Gleichzeitig müsse der Opferschutz verstärkt werden.

Sind Sie selbst oder eine Ihnen vertraute Person von sexueller Gewalt betroffen?

Hier können Sie anonym Kontakt aufnehmen:
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530

Alternativ ist auch die Telefonseelsorge  rund um die Uhr erreichbar.
Entweder telefonisch unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222, per Hilfe-Chat  oder E-Mail .

Betroffene von häuslicher Gewalt müssten zudem ein Recht auf fachkundige psychosoziale Begleitung während des Prozesses erhalten. »Ich werde schon sehr bald Gesetzentwürfe dazu vorlegen«, kündigte die Justizministerin an. Frauen müssten zu Hause sicher sein und sich im öffentlichen Raum genauso frei bewegen können wie Männer.

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Auch die Weltgesundheitsorganisation hat jüngst neue Zahlen vorgelegt. Demnach haben mehr als 30 Prozent aller Frauen weltweit Gewalt erfahren, meist durch den aktuellen oder ehemaligen Partner.

Ein Forschungsteam hat außerdem neue Erkenntnisse zu Tötungsdelikten an Frauen und Mädchen vorgelegt. Viele Täter handeln aus Besitzdenken und Eifersucht. Doch insgesamt ist die Zahl der Femizide in Deutschland womöglich niedriger als bisher angenommen. Mehr dazu lesen Sie hier .

kub/dpa